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Rico Grimm

Rico Grimm schreibt über wirtschaftliche und politische Zusammenhänge für Medien wie Krautreporter, Capital, Business Punk und Zeit Online. Wenn er dafür den Schreibtisch verlässt, nimmt er immer die Kamera mit. Seine Lieblingsfrage ist: Warum?

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piqer: Rico Grimm
Mittwoch, 30.08.2017

Der wichtigste Zinssatz der Welt ist ein Fantasieprodukt – und soll nun verschwinden

Jetzt wird es kurz anstrengend (nur kurz, versprochen): Banken leihen nicht nur ihren Kunden Geld, sondern auch anderen Banken. Dabei nehmen sie Zinsen, wie bei jedem anderen Kreditgeschäft auch. Diese Zinsen melden sie jeden Tag an eine zentrale Kommission – sie bilden die Grundlage für den wichtigsten Zinssatz der Welt, der Milliarden Kreditkarten-Verträgen, Bankdarlehen, Börsenpapiere und Autofinanzierungen zu Grunde liegt. Die alle orientieren sich an dem Satz, zu dem die Banken sich Geld leihen. Das ergibt Sinn – schließlich sind Banken die wichtigsten Geldhändler der Welt. 

Nun aber hat dieses System ein Problem bekommen: Die Banken leihen sich untereinander so gut wie kein Geld mehr. Deswegen ist dieser Zinssatz, auf dem Geschäfte im Wert von 500 Billionen Euro basieren, ein reines Fantasieprodukt geworden. Was die Banken da an die Kommission melden, denken sich sie aus (und ist manipulationsanfällig). Es basiert nicht auf realen Marktbewegungen. 

Das ist schon ein Hammer. Eine der wichtigsten Kennzahlen der modernen Weltwirtschaft wird nicht durch Angebot und Nachfrage bestimmt. 

Was nun? Ersatz muss her. 

Aber das wird nicht einfach – eben weil diese Zahl so wichtig ist. Der Text, den ich hier verlinke, zeigt, wie es weitergehen könnte. Sicher ist: Das wird eine Menge Arbeit. 

(Danke an Struppy für den Hinweis auf das Thema.)

Der wichtigste Zinssatz der Welt ist ein Fantasieprodukt – und soll nun verschwinden
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Kommentare 3
  1. Thomas Pache
    Thomas Pache · vor etwa einem Jahr

    Nun ja, wenn man erst mal durchschaut hat, wie die Geldschöpfung bzw. Kreditwirtschaft durch private Banken generell funktioniert (Stichwort: ungedecktes Buchgeld), dann kann einen eine solche Randnotiz auch nicht mehr schockieren.

    1. Georg Wallwitz
      Georg Wallwitz · vor etwa einem Jahr

      Das eine hat mit dem anderen allerdings nichts zu tun. Manipulierbare Zinsen kann es auch geben, wenn man zum Goldstandard zurückkehrte.

    2. Thomas Pache
      Thomas Pache · vor etwa einem Jahr

      @Georg Wallwitz Das habe ich auch nicht behauptet. Ich wollte nur bemerken, dass der viel größere Skandal die Geldschöpfung an sich ist und das Würfeln von Zinsen, die auf dieses ungedeckte Spielgeld erhoben werden, dann nur noch das Tüpfelchen auf dem i sind.