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Volk und Wirtschaft

Christian Huberts
mächtiger™ Kulturwissenschaftler und Kulturjournalist
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piqer: Christian Huberts
Donnerstag, 11.05.2017

Agenda 2010 – Reformwunder oder nachträgliches Wunschdenken?

Die Hartz-Reformen seien eine notwendige und erfolgreiche Maßnahme gewesen, um die deutsche Wirtschaft zu Beginn der 2000er-Jahre wieder international konkurrenzfähig zu machen, heißt es von den Verteidigern der Agenda 2010. Caspar Dohmen hat für den Deutschlandfunk eine gelungene Kurzreportage produziert, die diese Behauptung hinterfragt. Zu Wort kommen Lobbyisten, Gewerkschaftlerinnen, Ökonomen und Politikerinnen. Kurzfazit: Die positiven Effekte der Arbeitsmarktreformen sind gering oder lassen sich ebenso durch eine allgemeine, konjunkturelle Erholung erklären. Gleichzeitig sind die langfristigen, negativen Effekte für Arbeitnehmer deutlich wahrnehmbar.

Ein paar Schlaglichter:

„Wer arbeiten kann, aber nicht will, der kann nicht mit Solidarität rechnen. Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft." – Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder
„[Man hatte] die Vorstellung, die Probleme auf den Arbeitsmärkten in Deutschland, insbesondere die hohe Arbeitslosigkeit, rühren daher, dass es den Arbeitslosen an der Arbeitsmoral mangelt. Aber meine Untersuchungen haben ergeben, dass dem nicht so war. Sondern vor der Reform und nach der Reform hat sich mit den Arbeitseinstellungen, mit dem Suchverhalten und auch mit den Lohnerwartungen eigentlich gar nichts verändert. Das Problem im Zusammenhang mit der hohen Arbeitslosigkeit war, dass es nicht an der Arbeitsmoral lag, sondern dass die Jobs gefehlt haben, ganz einfach." – Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung
„Hartz IV hat sich eingebrannt in viele Köpfe als Angst vor dem Absturz, das bedeutet auch, dass diejenigen, die mit befristeter Beschäftigung im Betrieb sind oder die nicht wissen, ob sie hier eine längere Perspektive haben, dann sich nicht so für ihre Interessen oder die Interessen der Kollegen engagieren, so offen auch in den Konflikt mit dem Chef gehen. […] Und genau das ist nicht die Demokratie, die wir wollen und die wir brauchen." – Annelie Buntenbach vom Deutschen Gewerkschaftsbund
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