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Maximilian Rosch
Online-Redakteur und Community-Manager bei piqd

Seit März 2017 für piqd in Berlin. Kommunikationswissenschaft und Ökonomik in Münster.

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piqer: Maximilian Rosch
Donnerstag, 30.11.2017

Bestellen oder nicht bestellen – warum man sich den Einkauf bei Amazon gut überlegen sollte

Bei Amazon zu bestellen ist extrem komfortabel. Meist steht der Paketbote schon am nächsten Tag vor der Tür. Mit Retouren und Erstattungen gibt es kaum Probleme. Denn Amazon tut (fast) alles, um die Bestellung so einfach und unkompliziert wie möglich zu gestalten.

Doch mit jeder Bestellung unterstützt man einen Großkonzern, dessen Arbeitsbedingungen, Geschäfts- und Steuerpraktiken permanent in der Kritik stehen. Bereits 2012 veröffentlichte die ZEIT einen Beitrag, der die Arbeitsbedingungen bei Amazon schwer kritisierte. Im Februar 2013 folgte die ARD mit einer Reportage zum gleichen Thema. Nach monatelangem Schweigen bezog Amazon schließlich Stellung und räumte Fehler ein. Die ZEIT formulierte damals die Frage: Wie viel Druck braucht ein Konzern, bis er sich bewegt? Wirklich geändert hat sich seitdem nicht viel, auch weil es Verdi bisher nicht gelang, einen Tarifvertrag für die 12.000 Beschäftigten in Deutschland auszuhandeln.

Die eigene Steuerpolitik hat Amazon 2015 geändert. Sonderlich viele Steuern werden, gemessen am Umsatz in Deutschland (oder auch im UK), trotzdem nicht gezahlt.

Jetzt folgt die nächste kritische ARD-Reportage: "Das System Amazon" beleuchtet, wie Amazon seine Marktmacht ausnutzt und nicht nur den stationären Handel, sondern auch die Online-Händler auf der eigenen Plattform Marketplace unter Druck setzt. Kooperiert der Händler nicht so, wie von Amazon gewünscht, verliert er seinen Shop und damit mitunter auch seine Existenzgrundlage.

Im Beitrag geht es auch um Alternativen zu Amazon: In Heilbronn arbeiten Händler mit Atalanda zusammen, um ihre Präsenz im Netz zu stärken. Und das auf Webshops spezialisierte Unternehmen shopware aus dem Münsterland macht auch Mittelständler fit für den Onlineverkauf.

Es scheint die Frage angebracht, ob man wirklich bei einem Unternehmen einkaufen möchte, dass beim Service vieles richtig macht, hinsichtlich der Verantwortung gegenüber seinen Angestellten und der Gesellschaft aber noch großen Nachholbedarf hat.

Bestellen oder nicht bestellen – warum man sich den Einkauf bei Amazon gut überlegen sollte
9,5
17 Stimmen
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Kommentare 9
  1. Maximilian Rosch
    Maximilian Rosch · vor 8 Monaten

    Weitere Link-Tipps:
    - Angst bei Amazon www.ardmediathek.de/tv/REPORT...
    - Alternativen zu Amazon www.ardmediathek.de/tv/Aktuel...
    - piq: Das Internet der Zukunft www.piqd.de/technolog...

    1. Alexander von Streit
      Alexander von Streit · vor 8 Monaten

      Ein Kommentar zur Sendung bei T3N: t3n.de/news/amaz...

    2. Maximilian Rosch
      Maximilian Rosch · vor 8 Monaten

      @Alexander von Streit Danke für den Hinweis. Das ist ja ein ziemlich vernichtendes Urteil. Dafür, dass die ARD zwei Jahre an der Doku gearbeitet haben soll, ist sie tatsächlich in den kritisierten Punkten ungenügend.
      Die Erklärungen der tatsächlichen (technischen) Vorgänge, aber auch der rechtlichen Anforderungen an Amazon, hätten definitiv Teil des Berichts sein müssen.

    3. Alexander von Streit
      Alexander von Streit · vor 8 Monaten

      @Maximilian Rosch Ich hab mir die Doku gestern in der Mediathek angesehen. Sie scheint mir auch zu plakativ in ihrem negativen Duktus. Aber es ist ja nicht so, dass das alles nicht stimmt. Im Gegenteil. Ich finde den Film im Kern gar nicht schlecht. Er beleuchtet das Plattform-Problem, das wir ja zum Beispiel auch in den Medien haben. Also dass Plattformen zu dominanten Infrastrukturen werden, an denen man kaum noch vorbei kommt, wenn man seine Inhalte/Waren/Kommunikation an ein Publikum bringen will. Und Amazon ist definitiv so ein Player.

    4. Maximilian Rosch
      Maximilian Rosch · vor 8 Monaten

      @Alexander von Streit Ja, definitiv. Das Problem betrifft nicht nur Amazon.

      Ich fand den Beitrag insofern gelungen, als dass er indirekt anregt, den eigenen Konsum zu hinterfragen.

    5. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor 8 Monaten

      @Maximilian Rosch Ich finde die Kritik von t3n überzogen, zumal Amazon nicht einmal bereit war, sich den Fragen der Macher zu stellen. Einer der wichtigsten Punkte wird vom Kritiker auch nicht erwähnt: Amazon stellt nicht nur eine Plattform bereit, sondern tritt immer stärker auch als Händler auf. Spannend ist, wie das Unternehmen die lukrativsten Geschäftsbereiche identifiziert - offenbar nicht nur anhand von Datenanalysen. Ich bin jedenfalls gespannt auf weitere Berichte über das Unternehmen.

  2. Michael Bukowski
    Michael Bukowski · vor 8 Monaten
  3. Moritz Orendt
    Moritz Orendt · vor 8 Monaten

    Hi Max,

    ich gebe zu, ich kaufe bei Amazon ein. Einfach, weil es bequem ist, ich nicht nachdenken muss und es einfach insgesamt der beste Deal ist. Das Feindbild Amazon halte ich auch für etwas überzeichnet:

    - Arbeitsbedingungen: Sind sicherlich schlecht und unmenschlich auf Effizienz getrimmt. Aber sind es bei ähnlichen Jobs in der Logistik auch. Wenn ich den Paketboten von der DHL die Tür öffne, sehe ich auch keinen entspannten Menschen, der Erfüllung in seinem Arbeitsleben findet. Im Gegensatz zu DHL arbeitet Amazon aber mit Hochdruck daran, die niedrigbezahlten Jobs zu automatisieren. Finde ich besser.

    - Online-Händler auf der eigenen Plattform: Das sind alles freie Menschen. Die haben die Investition in einen eigenen Shop gescheut und sich in das gemachte Nest "Amazon" gesetzt. Das ist wie wenn mein Medienunternehmen nur aus meiner FB-Seite besteht und ich mich dann beschwere, dass FB die Reichweite runterregelt.

    - Steuern: Gut, hier ist Amazon genauso schlimm wie alle anderen Großkonzerne.

    1. Maximilian Rosch
      Maximilian Rosch · vor 8 Monaten

      Danke für das ehrliche Eingeständnis ;) und die kritischen Anmerkungen. Ich kann die meisten nachvollziehen.

      Das Argument "das machen die anderen auch alle so" finde hinsichtlich der Arbeitsbedingungen und Steuerpraktiken aber ungenügend. Es bedarf hier eines Umdenkens der Konzerne, aber auch der Konsumenten. Irgendwo muss man ja anfangen. Warum nicht bei Amazon.