Kanäle
Jetzt personalisiertes
Audiomagazin abonnieren
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Fundstücke

Architektur als Modell: Gebäude abreißen oder umbauen?

Michael Hirsch
Philosoph und Politikwissenschaftler, freier Autor und Dozent
Zum piqer-Profil
Michael HirschMittwoch, 28.07.2021

Dieser Bericht handelt von der heftigen Kontroverse in Zürich um die Frage, ob die Maag-Hallen in Zürich-West abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden sollen. Die ehemaligen Industriehallen werden seit längerem durch Kulturveranstaltungen genutzt. Gegen die Pläne der Eigentümerin des Areals, eine Immobilienfirma, formiert sich immer breiterer Widerstand.

Der Streit ist von grundsätzlicher Bedeutung, führt er doch an einem konkreten Beispiel eine Frage ganz allgemeiner städtebaulicher, kultureller, ökonomischer und ökologischer Bedeutung vor:

Der Plan, funktionierende Strukturen zu zerstören, um sie danach mit immensem Ressourcenaufwand wieder zu ersetzen, sorgt seit Monaten für Unmut.

Nicht nur stehen sich in dem Streit paradigmatisch zwei Schulen der Architektur gegenüber, eine konventionelle, die für das ökonomisch und ökologisch gleichermaßen überholte Modell von Abriss und Neubau steht (hier vertreten durch den Wettbewerbsgewinner Sauerbruch und Hutton) – und eine städtebaulich wie ökologisch gleichermaßen avantgardistische von Substanzerhalt und Umbau (vertreten durch die Gewinner des Pritzker-Preises Lacatton und Vassal).

Darüber hinaus führt der aktuelle Fall des Maag-Areals an einem konkreten Beispiel die politisch, politökonomisch und kulturell fundamentale Bedeutung von Architektur und Urbanismus vor. Architektur erscheint hier als Gedankenmodell in actu: Anhand der Alternative Neubau oder Umbau werden sieben normalerweise getrennt behandelte Dimensionen in ihrer Verschränkung deutlich:

Bodenrecht und Immobilienwirtschaft; die ökologische Bedeutung des Bauens; die Modalitäten von Wettbewerbsausschreibungen und die Zusammensetzung von Juries; die Auseinandersetzung um die Definition des Berufs des Architekten; nationales Baurecht und lokale Bauverordnungen; Stadtentwicklungspolitik; und schließlich die Rolle der Öffentlichkeit als Motor innovativer Debatten im urbanen Kontext.

Das Zürcher Beispiel lehrt, dass all diese Dimensionen rechtzeitig zusammengedacht und zusammengebracht werden müssen, wenn man verhindern will, dass weiterhin in Zukunft die zentralen Kontroversen der Stadtentwicklung immer erst zu einem Zeitpunkt publik werden und diskutiert, wo es eigentlich schon fast zu spät ist – und wo die Gruppe derer, die gegen ein Neubauprojekt protestieren, dann leicht als rückwärtsgewandt und realitätsfremd hingestellt werden kann. Darum ist die eigentlich bemerkenswerte Nachricht aus Zürich die, dass es den nun um den Schweizerischen Architektenverband angewachsenen Gegnern des Abrisses gelungen ist, das Zürcher Stadtparlament dazu zu bringen, die Bauvorschriften dahingehend zu ändern, dass in Zukunft nicht mehr wie heute baurechtlich die städtebaulich, kulturell, ökonomisch, ökologisch und klimapolitisch sinnvollere Variante von Umbau und Erhalt die schlechteren Karten hat im Vergleich zur Variante von Abriss und Neubau. 

Architektur als Modell: Gebäude abreißen oder umbauen?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Fundstücke als Newsletter.

Abonnieren

Deine Hörempfehlungen
direkt aufs Handy!

Einfach die Hörempfehlungen unserer KuratorInnen als Feed in deinem Podcatcher abonnieren. Fertig ist das Ohrenglück!

Öffne deinen Podcast Feed in AntennaPod:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Downcast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Instacast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Podgrasp:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Bitte kopiere die URL und füge sie in deine
Podcast- oder RSS-APP ein.

Wenn du fertig bist,
kannst du das Fenster schließen.

Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Öffne deinen Podcast Feed in gpodder.net:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Pocket Casts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.