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Fundstücke

Sklaverei im Namen der Krone

Dennis Basaldella
Medien- und Filmwissenschaftler, Historiker
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Dennis BasaldellaDienstag, 11.04.2023

Als Elisabeth II. am 8. September 2022 in Balmoral Castle verstarb, war schnell klar, dass ihr Sohn Charles es nicht leicht haben würde, als er kurz nach dem Tod seiner Mutter die britische Krone übernahm. Zugleich war aber auch klar, dass Charles als Charles III durch sein ökologisches Engagement deutliche andere Akzente während seiner Regentschaft setzen würde als seine Mutter. Während Elisabeth II. von ihrem Vater ein schrumpfendes Empire übernommen hatte und eines ihre wichtigsten Ziele war, die britische Krone zu erhalten, muss sich Charles nun deutlich anderen globaleren Problemen wie dem Klimawandel und der Spaltung der Gesellschaft stellen.

Ungeachtet dessen wird sich der neue König während seiner Regentschaft dem Thema der Sklaverei im Namen der britischen Krone oder gar durch die Krone selbst nicht entziehen können. Denn bereits kurz nach dem Tod der Queen wurden nicht nur die positiven Aspekte der langen Regentschaft Elisabeths sowie ihre Rolle für Großbritannien und die Welt betont, sondern auch mit ungewöhnlicher Deutlichkeit die negativen Aspekte angesprochen, die mit dem Empire und der Krone zusammenhängen: Unterdrückung, Rassismus und eben auch Sklaverei. Insofern ist die Ankündigung Charles', die Recherchen über die Involvierung der britischen Krone in den atlantischen Sklavenhandel zu unterstützen, ein wichtiges Signal.
Was aber auf den ersten Blick wie ein Meilenstein aussieht, ist in Wirklichkeit nur ein erster, wenn auch richtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn die Unterstützung der Aufarbeitung und die Öffnung der Archive für die Forschung dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass weder die Queen noch William, Catherine und Charles sich bisher für die Taten des Empires und der Krone entschuldigt haben.

In diesem Zusammenhang wäre es möglich zu argumentieren, dass erst die Nachforschungen abgewartet werden müssen, um das ganze Ausmaß der Involvierung verstehen zu können. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass nur die Anerkennung einer Schuld und Involvierung seitens der Krone die Aufarbeitung vollständig machen. So kann die Forschung zwar durch Fakten belegen, dass die Krone beteiligt war, jedoch können nur die Täter sich bei den Opfern entschuldigen und so einen Teil ihrer Schuld wiedergutmachen. Und am Ende ist eine Entschuldigung die wohl wichtigste Sache, die Opfer und vor allem ihre Nachkommen aus menschlicher Sicht am ehesten brauchen.

Sklaverei im Namen der Krone

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Kommentare 1
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor 6 Monaten · bearbeitet vor 6 Monaten

    ich stimme zu dass eine Entschuldigung in diesem eindeutigem Fall ruhig vor der Datei-Aufarbeitung kommen kann.
    Schließlich wird niemand grundsätzlich bestreiten wollen, dass GB an der Sklaverei beteiligt war.

    Allerdings eine kleine Korrektur: Charles und seine Familie etc. sind nicht die Täter, sie sind die Nachfahren von Tätern. und vergessen sollte auch nicht werden, dass gerade England als erste Großmacht die Sklaverei angeschafft hat.

    Wenn "Sklaverei" weiter gefasst verstanden wird - also als Kolonialismus und Rassismus, sieht es anders aus: den haben auch die "jüngeren" Engländer und deren Symbole - das Königshaus - zu verantworten (= denn sorry die Windsors sind schon lange keine echten politischen Entscheider mehr, was es ihnen allerdings leichter machen könnte sich genauso symbolisch zu entschuldigen) .

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