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Zukunft und Arbeit

Niemand will mehr Lehrer*in sein? Nee, nicht niemand

Anja C. Wagner
Bildungsquerulantin
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Anja C. WagnerSamstag, 11.06.2022

Der Mangel formal richtig qualifizierter Lehrer*innen an Berliner Schulen ist legendär. Oder steigen wir gleich mit einem Zitat ein:

In der vergangenen Woche verkündete Berlins Bildungssenatorin, dass im nächsten Schuljahr an Berlins Schulen fast 1.000 Lehrer fehlen werden. Der neue Rekordwert erzählt die Geschichte eines Abstiegs. Hat man sich letztes Jahr noch echauffiert, dass fast die Hälfte aller neu eingestellten Lehrkräfte Quereinsteiger war, gibt es nun auch nicht mehr genug Quereinsteiger, um alle offenen Stellen zu besetzen.

30 Jahre fehlende Organisationsentwicklung haben den Lehrenden-Beruf unattraktiv werden lassen, so heißt es in dem Artikel. Trotz verhältnismäßig guter Bezahlung und Arbeitsplatzsicherheit. 

Für junge Menschen ist er offenbar nicht mehr interessant genug. Ihnen stehen genügend Alternativen zur Verfügung. Vermutlich deswegen brechen viele Lehramtsstudierende auf dem Weg zum Staatsexamen ab. 

Und wenn sie es bis in die Schule geschafft haben, steigen immer mehr Lehrende aus. Aus verschiedenen Gründen. Diese zeichnet der Artikel grob nach.

Meine Überlegungen

Vielleicht muss man nun umdenken im Schulsystem und diese Tendenz positiv konnotieren: Der Beruf wird 

immer attraktiver [...] für ältere Menschen, die wenig Auswahl haben – und immer unattraktiver für jüngere Menschen, die viel Auswahl haben.

Warum müssen in einer zukünftigen Welt ständiger beruflicher Disruptionen ausgerechnet junge Lehrkräfte ein altes, lebenslanges Berufsideal den Kindern vorleben, das so gar nicht mehr in die Welt von morgen passen mag?

Und warum soll es nicht positiv sein, wenn in einem Land mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von über 80 Jahren, Menschen in der Lebensmitte und mit Berufserfahrung den Lehrberuf für sich entdecken, um ihre Erfahrungen einzubringen in die Schulen?

Wenn jetzt noch das Diktat der ursprünglichen akademischen Ausbildung etwas zurückgestellt und stattdessen die tatsächliche Kompetenz für eine Fächerkombination nach vorn gestellt würde, dann stünde einer ersten Reform des Schulsystems doch nichts mehr im Wege, oder?! 

Vielleicht würde mit diesen andernorts erworbenen Erfahrungswerten auch eine schnellere Adaption der digitalen Kultur verstärkt Einzug halten ins System? Es könnte eine Chance sein. Man müsste nur transformativ springen wollen ...

Niemand will mehr Lehrer*in sein? Nee, nicht niemand

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Kommentare 13
  1. Matthias Buchwald
    Matthias Buchwald · vor 18 Tagen

    Ich habe in der Zeit von 1984-1989 meinen Diplom-Lehrer für Mathematik und Physik gemacht und bis März 1991 als Lehrer an einer POS/Regelschule gearbeitet. Dann war ich von April 1991 bis Juli 2015 in (teils ganz unterschiedlichen) IT-Unternehmen im Projektgeschäft tätig. Seit August 2015 bin ich nun wieder als Lehrer für Mathematik und Physik am Gymnasium im Einsatz, habe und lebe also genau das beschriene Konstrukt. Um formal korrekt zu bleiben, habe ich dann noch 2018/2019 im Rahmen einer 250-h-Weiterbildung die Unterrichtserlaubnis im Fach Informatik erworben, unterrichte das Fach nun bereits seit August 2019 in der Sekundarstufe II und arbeite gegenwärtig in einer Arbeitsgruppe mit, die ein OER-basierendes Lehrwerk Informatik zum Einsatz in der Sekundarstufe ll für Thüringen entwickelt. Nun bleiben mir (hoffentlich) noch 8 Jahre, um meine Fertigkeiten und mein Wissen an die nächste Generation weiterzugeben…

    1. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 18 Tagen

      klingt richtig super!

    2. Matthias Buchwald
      Matthias Buchwald · vor 18 Tagen

      @Marcus von Jordan Ist es in der Tat. :-)

    3. Anja C. Wagner
      Anja C. Wagner · vor 18 Tagen

      Ja, sehr cool. Klasse!

  2. Thomas Wahl
    Thomas Wahl · vor 24 Tagen

    Es gibt ja überhaupt auch immer weniger junge Menschen. Egal in welchem Beruf. Es gibt genügend attraktive Jobs. Und was die aktiven Lehrer an den berliner Brennpunktschulen so erzählen, das ist alles andere als verlockend.

  3. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · vor 24 Tagen

    bin sehr bei dir...
    tatsächlich würde es mich reizen vielleicht so ab 60 noch 10 oder 15 Jahre als Lehrer zu arbeiten. Dann bin ich Landwirt, Journalist, Unternehmer, Redenschreiber und Politiker gewesen. Ich habe dann Kinder erzogen, war erfolgreich, war pleite und wieder erfolgreich, ich hatte dann Lebenskrisen und Krankheiten und habe aber vielleicht nicht mehr genug Energie, um mich ständig neu zu erfinden, aber viel Erfahrung, eine gewisse Abgeklärtheit und Relativität und KnowHow, das ich weitergeben könnte. Wer will in meine Klasse?

    1. Anja C. Wagner
      Anja C. Wagner · vor 24 Tagen

      Ja, das wäre doch wirklich spannend!

    2. Gabriele Feile
      Gabriele Feile · vor 24 Tagen

      Das kannst du in Brasilien machen. Der Unternehmer Ricardo Semmler hat eine Schule (mehrere) gegründet, in der ältere Menschen Kindern was beibringen. Auf eine ganz besondere Art und Weise. Zuerst waren alle skeptisch, als aber die Kinder "besser" abschnitten als die anderen in Brasilien, änderte sich das. In seinem TED-Talk erzählt er davon (und auch davon, was er vorher erfolgreich gemacht hat in seinem Unternehmen Semco, ein absoluter Lieblingsplatz). Hier der Link: https://www.ted.com/ta...

    3. Anja C. Wagner
      Anja C. Wagner · vor 24 Tagen

      @Gabriele Feile Wusste ich nicht. Danke für den Tipp! Semmler und Semco sind aber eh klasse!

    4. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 24 Tagen

      Nur, wenn ich auch mal Lehrer sein darf ……😏

    5. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 24 Tagen

      @Thomas Wahl du bist ja schon hier mein Lehrer... die Klasse wird für Kinder, nicht für Kindsköpfe! :)

    6. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 24 Tagen

      @Marcus von Jordan Da hast Du auch wieder recht ….. ,- )

    7. Matthias Buchwald
      Matthias Buchwald · vor 18 Tagen · bearbeitet vor 18 Tagen

      Ich mache das im Gymnasium, seit ich 55 geworden bin. :-)

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