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Literatur

Gestern & Heute: Was man über Kafka wissen sollte

Achim Engelberg
Dr. phil.
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Achim EngelbergFreitag, 22.03.2024

Es gibt sie noch, eine prägnante deutschsprachige Serie, die sogar noch einen Jahrhundert, nein, Jahrtausendautor zum Gegenstand hat. 

Eine Biopic-Serie zum 100. Todestag - da klingen laut und hell die Alarmglocken, wo doch viele wissen: Die meisten historischen Serie kranken daran, dass viele Filmemacher zu wenig von der Geschichte verstehen. Da ich einmal als historischer Berater arbeitete, weiß ich, wovon ich schreibe. Aber... diesmal ist es anders. 

So wird die Miniserie angekündigt:

Kafkas Schriften sind seltsam und dunkel, seine Persönlichkeit ist kompliziert, sein Einfluss unvermindert. Doch ohne seinen besten Freund hätte die Welt nie von ihm erfahren. Franz Kafka (Joel Basman), geboren 1883 in Prag, ist ein komplizierter Mann: Mit den Frauen hat er es nicht leicht, ins Büro geht er ungern, und sein tyrannischer Vater Hermann (Nicholas Ofczarek) macht ihm das Leben schwer. Seine Leidenschaft ist das Schreiben – Nacht für Nacht arbeitet er an seinen dunklen Geschichten. Franz’ bester Freund, der Autor Max Brod (David Kross), glaubt fest an Kafkas Genie und tut alles, um ihn als Schriftsteller bekannt zu machen – auch gegen dessen Willen. Das Genie Kafkas wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt.

Und hier ein Gespräch zwei der zentralen Macher der Serie, Daniel Kehlmann und David Schalko, mit Knut Elstermann.

Die Rezensionen sind überwiegend positiv. Hier die von Chris Schinke in der taz, in der es heißt:

Reiner Stachs dreibändige Kafka-Biografie adaptiert Schriftsteller Daniel Kehlmann dabei zu einem fulminanten Drehbuch, dessen glänzende Dialogpassagen es verstehen, einen Ton zwischen literarischer Künstlichkeit und pointierter Alltagssprache zu finden. Schalkos und Kehlmanns „Kafka“ setzt hierbei Maßstäbe für künftige Biopic-Serien.

Im Retroteil der ARD-Mediathek gibt es ein fulminantes Gespräch, das Friedrich Luft mit Max Brod führte, in dem es auch um Franz Kafka geht. Dieser Teil spielt, stark verfremdet und dramatisiert, auch in der Miniserie eine tragende Rolle.

Da die Miniserie auf der mehrbändigen Kafka-Biographie von Reiner Stach, die als Standardwerk gilt, basiert, ist es sinnvoll sich dieser Zuzuwenden: Hier erläutert Reiner Stach auf seiner Webseite sein Herangehen.

Leicht war es nicht, diese aufwendige Serie zu finanzieren. Im Gespräch berichtet der Regisseur David Schalko davon.

Last but not least, eine außerordentliche Einführung in die Welt Kafkas, die auch für Fortgeschrittene anregend sein kann, schrieb der Publizist Robert Misik, in der es heißt:
Kafka hat sein Leben lang gerungen, zuforderst mit sich selbst. Saß er in einem Raum mit Freunden, die voller Überzeugung ihre Ansichten vortrugen, über das Jüdische, die Nation, den Sozialismus, den Zionismus, notierte er lapidar; „Meine Verwirrung.“ Er rang mit seinem Vater, der Familie, von der er dann doch nie länger loskam. „Ich, der ich meistens unselbständig war, habe ein unendliches Verlangen nach Selbständigkeit, Unabhängigkeit, Freiheit nach allen Seiten.“ Kafka „verlässt das väterliche Haus niemals auf Dauer, heiratet nicht, gründet keine Familie, sammelt keinen Besitz, schafft sich im bürgerlichen Sinn keine eigene Existenz“ (Peter-André Alt).
Gestern & Heute: Was man über Kafka wissen sollte

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Kommentare 9
  1. Thomas Wahl
    Thomas Wahl · vor 26 Tagen

    Danke. Das werd ich mir ansehen …..

    1. Achim Engelberg
      Achim Engelberg · vor 26 Tagen

      Das freut mich.

    2. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 24 Tagen

      ...bin gespannt, was du sagst - hatte das Glück der Premiere beiwohnen zu dürfen letzte Woche in Berlin und war schlicht begeistert und zwar von der ersten Minute an. Witzig, poetisch, enorm facettenreich, gutes Buch, sehr gute Schauspieler'innen. Für mich ein Kunstwerk und eine großartige Hommage an Kafka und auch an so was wie die kreative Maßlosigkeit.

    3. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 23 Tagen

      @Marcus von Jordan Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Ich hab mir gestern im Kino dazu noch "Die Herrlichkeit des Lebens" angesehen. Kafkas Geschichte mit Dora Diamant. Großes emotionales Kino. Der Saal erstaunlich voll. Man kann die beiden Filmwerke sicher nicht direkt vergleichen. Aber ich würde die ARD-Variante subjektiv vorziehen. Ist deutlich differenzierter. Natürlich auch länger ….

    4. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 23 Tagen

      @Thomas Wahl Ah danke - das werde ich mir auch noch ansehen.

  2. Dirk Liesemer
    Dirk Liesemer · vor 26 Tagen

    In der FAZ lobt Sandra Kegel: "Dass „Kafka“ unter der Last der Stars und dem enigmatischen Mann im Zen­trum, dessen Name Adjektiv wurde, nicht scheitert wie die Prager Asbestfirma, die Kafka auf Drängen des Vaters mit seinem Schwager gründen musste, hat viel mit richtigen Entscheidungen zu tun, die hier getroffen wurden." https://www.faz.net/ak...

    1. Achim Engelberg
      Achim Engelberg · vor 26 Tagen

      Danke für die Ergänzung. Ich wählte den taz-Artikel, weil der frei zugänglich ist.

    2. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor 26 Tagen

      @Achim Engelberg Keine Kritik an Deiner Auswahl! FAZ-Text ist auch frei zugänglich (noch)

    3. Achim Engelberg
      Achim Engelberg · vor 26 Tagen

      @Dirk Liesemer Leider nun schon hinter der Bezahlschranke. Ich las ihn mit meinem digitalen Bibliotheksausweis.

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