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Technologie und Gesellschaft

Zukunftstechnologien aus einer barbarischen Vergangenheit

Magdalena Taube
Redakteurin
Zum piqer-Profil
Magdalena TaubeMontag, 08.03.2021

Zukunftstechnologien, die keine Zukunft eröffnen, sondern die Probleme der Gegenwart in einem neuen Gewand auftreten lassen, die die Gegenwart also verlängern, bei denen der Begriff "Gegenwartstechnologien" trotzdem nicht wirklich passt, weil sie irgendwie von gestern sind – also einer dunklen Vergangenheit angehören, die man gerne längst hinter sich wüsste: Da fällt mir sofort Tesla ein.

Rohmaterialien, ohne die die Elektro-Batterien nicht funktionieren, werden durch illegale Kinderarbeit in Afrika gewonnen, mit der bloßen Hand in Minen, die auf Land liegen, das brutal geraubt worden ist. Fabriken, in denen die Herstellung der Wunderautos vonstatten gehen soll, brauchen wiederum Land, das durch die Waldrodung gewonnen werden soll, wie aktuell in Brandenburg, Ostdeutschland. Das wären nur zwei besonders perfide Beispiele.

Teslas Chef, der sich gerne fortschrittlich gibt, hat vermutlich weder etwas vom "Wood Wide Web" noch von der Idee gehört, dass "Wald eine Technologie ist, die unsere Atmosphäre vom Treibhaus befreit" (Eva von Redecker). Aber solange es reicht, dass vermeintliche "Zukunftstechnologien" wie seine Elektroautos die zivilisatorischen Verbrechen der Vergangenheit nicht wirklich überwinden müssen, um einen "Heilsbringer des Fortschritts"-Nimbus zu bekommen, ist das auch kein Problem.

Die Frage, wer solche Autos überhaupt gebraucht hat und ob Autos an sich – als Ausdruck und Verkörperung einer der Eigentumslogik abergläubisch verpflichteten Gesellschaft – jemals zukunftstauglich waren, wird dann vielleicht von Zukunftstechnologien gestellt werden, die sich auf dem Planeten "Erde" eingerichtet haben, nachdem die Gattung Mensch hier alles platt und unlebbar gemacht hat.

Zukunftstechnologien aus einer barbarischen Vergangenheit

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Kommentare 19
  1. jens Leonhäuser
    jens Leonhäuser · vor einem Monat

    Der Piqd ist derart naiv und unreflektiert, dass mir nur noch der Mund offen steht und ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Nach der Argumentation von Frau Taube kann die Lösung nur heißen, alle Autos abzuschaffen. Das wäre sicher schön, ist aber naives Wunschdenken. Alle seriösen Studien belegen, das Elektromobilität über den Lebenszyklus signifikant geringere Umweltschäden verursacht, als jedwede andere Antriebsform. BMW und Tesla bauen nicht nur PS Monster, sondern in erster Linie hocheffiziente Fahrzeuge (Model 3, Model Y) mit einem extrem geringen Primärenergiebedarf. Das meistgekaufte Elektrofahrzeug ist der Renault Zoe. Der Ressourcenraub (Lithium, Kobalt) besteht seit Jahrzehnten (was keine Rechtfertigung ist!) und das Material befindet sich im Rechner und Tatstatur von Frau Taube sowie in zahlreichen anderen Produkten des täglichen Bedarfs. Selbstverständlich müssen hier soziale Standards stärker eingefordert werden (genauso wie in der Ölgewinnung, Lebensmittelindustrie, Bekleidungsindustrie etc.). Das ist doch kein exklusives Problem der Elektromobilität! Die von Tesla zu rodende Fläche in Brandenburg ist kein Wald, sondern ein Holzacker (Industrie Fichte, die Bäume werden dort gepflanzt, um geerntet zu werden!) und Tesla forstet die dreifache Fläche wieder auf. Wer sich so als moralischer Weltenretter aufspielt, wie Frau Taube, sollte sorgfältiger recherchieren. Gegen eine Technologie zu wettern, die massiv hilft, Umwelteingriffe zu reduzieren ist nur eines: fahrlässig und dumm.
    Eine umfassende und ausgewogenen Betrachtung zu dem Thema findet sich hier: https://www.volker-qua...

    1. Magdalena Taube
      Magdalena Taube · vor einem Monat

      @Jens Leonhäuser: Meine Polemik über die Fehlentwicklung, dass weiße Männer die Deutungshoheit über Zukunftstechnologien unhinterfragt beanspruchen, allzu persönlich zu nehmen ("fahrlässig und dumm"), ist nicht die beste Voraussetzung für einen Disput, aber geschenkt. Dass sich die durch mich in Frage gestellte Deutungshoheit über Zukunftstechnologien so schnell wieder herstellen lässt, sollte allerdings nachdenklich stimmen. Ein paar unverrückbare Fakten, die selbstbezogene Kontexte brauchen, um unverrückbar zu sein, und schon ist alles wieder in Ordnung. Dürfen sich Musk, Altmaier und ihre männlichen Klassenkameraden wirklich so sicher fühlen? Und haben sie deshalb recht?

      "Naives Wunschdenken" leichtfertig abzutun, ist nicht ratsam. Nicht, weil die Chefetage Frankreichs vor der Revolution eben dies tat und dann doch die Köpfe rollten. Nein, vielmehr, weil naivem Wunschdenken immer auch implizit das Grunde liegt, was Adorno mal als "Es muss auch anders gehen!" jedem künstlerischen Ausdruck zugestanden hat (zumindest in sublimierter Form) und was als proto-revolutionäres Potenzial den gelebten Willen für grundlegende Alternativen widerspiegelt.

      Es muss auch anders gehen! sagen seit geraumer Zeit ausreichend Menschen auf der Welt in Bezug auf das Auto und mit ausreichend guten Argumenten; ausreichend jedenfalls, um ernst genommen zu werden – eine kurze, schnelle Online-Recherche dazu sollte kurze, schnelle Ergebnisse zu Tage fördern.

      Natürlich ist all das während der Pandemie auf den ersten Blick nicht willkommen. Alles, was vor der Pandemie wichtig war (auch Klimafragen) scheint jetzt nur noch halb so wichtig zu sein, allein Wirtschaftswachstum zählt, da brauchen wir natürlich die größten Branchen der Welt in Bestform! Doch gerade während der Pandemie hat sich gezeigt, dass Städte nicht ansatzweise ausreichend Platz für Fußgänger*innen bieten, die frische Luft tanken wollen und dabei 1,5 m Abstand halten wollen – offensichtlich, weil urbaner Raum für den Autoverkehr durch und durch privatisiert worden ist.

      Es muss auch anders gehen! sagen aber auch die Bewegungen, die rund um die Idee der Klimagerechtigkeit entstanden sind. Seit 300 Jahren machen wir in Europa, Nordamerika und der entwickelten Welt unser Ding, wir haben uns prächtig entwickelt. Den anderen, die das nicht konnten, die wir aktiv und mit Gewalt davon abgehalten, mehr noch: auf deren Kosten wir unsere rasante und magische Entwicklung gemacht haben, sprechen wir dies nun ab.

      Der Hinweis auf die dunkle Kehrseite Batterie des Elektromotors ist doch ein Wink mit dem Zaunpfahl: Wir machen da weiter, wo wir vorgeben aufgehört zu haben.

      Unter dem Strich:
      Elektroautos, vielleicht, und wenn ja, dann nur für die, die die Erste Welt bislang erfolgreich auf Abstand halten konnte. Der Rest, also wir oben hier, sollten gänzlich auf Autos verzichten.

      Klimagerechtigkeit kommt nicht von selbst, und erst recht nicht im Namen jener Experten, die uns bislang den Weg gewiesen haben...

    2. jens Leonhäuser
      jens Leonhäuser · vor einem Monat

      @Magdalena Taube Schön, dass Sie die eigene Polemik erkennen. Auch wenn es im zweiten Halbsatz schon wieder etwas komisch wird, in dem Sie mir als weißen Mann "persönliche" Betroffenheit bezüglich Ihrer Interpretation der "Deutungshoheit über Zukunftstechnologien" unterstellen. Mir ging es doch eher um die Sache als um mein Ego. Aber geschenkt. Die Sache und Ihr Anliegen (es muss auch anderes gehen) unterstütze ich in Gänze. Den einseitigen Kontext, den Sie gewählt haben, halte ich für deutlich verfehlt. Es geht hier auch nicht um den Schutz einer Branche oder Wirtschaftswachstum, sondern schlicht um eine Notwendigkeit: Ob wir wollen oder nicht, werden Menschen auf absehbare Zeit weiter Autos kaufen. Und die sollten dann wenigstens möglichst geringen Schaden verursachen! Die E-Mobilität ist nicht die Ursache für den Klimawandel, sondern laut zahlreicher Experten eher ein Teil der Lösung (unter der Prämisse, dass es weiterhin automobilien Individualverkehr gibt). Deswegen ist es nicht hilfreich, eben dieses kleinere Übel zu stigmatisieren. Da gibt es nun wirklich bessere Beispiele (Fleischkonsum, extensive Landwirtschaft, Bekleidungsindustrie mit viel zu schnell drehenden Produktzyklen etc.). Aber immerhin: In Ihrem Kommentar schlagen Sie einen etwas weiteren Bogen, der glaubwürdiger ist.

    3. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor einem Monat

      @jens Leonhäuser Danke Jens, dass dein zweiter Kommentar wieder ausreichend höflich war - der erste war es nicht. Bei aller Erregung wollen wir hier unbedingt persönlich freundlich bleiben, so dass es leicht bleibt motiviert und gut gelaunt zu antworten (Hinweis: ich bin hier Redakteur).

      Meine Meinung:
      "eine der Eigentumslogik abergläubisch verpflichtete Gesellschaft" ist eine Formulierung, die mich berührt hat. Ich finde unbedingt, dass es nicht nur erlaubt sein muss, die unguten Früchte dieses Aberglaubens auch grundsätzlich zu hinterfragen. Du hast ja recht, dass es einstweilen noch weiter viele Menschen geben wird, die Autos kaufen, aber warum sollte man denn nicht darüber sprechen, dass es alternative Mobilität gibt, dass in alternative Mobilität investiert werden muss und dass wenn schon individuelle Mobilität gewollt wird, wir wenigsten aufhören zu meinen, dass wir alle ein eigenes, ein wahnsinnig schnelles und riesengroßes Auto brauchen?

      Und man kann ja auch im Zug kein Fleisch essen ;)

    4. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Monat

      @Marcus von Jordan Ehrlich gesagt, ich fand den ersten Beitrag von Jens Leonhäuser eher ehrlich als unhöflich. Mir bleibt da auch die Spuke weg. Aber geschenkt.

      Übrigens geht es immer anders. Das ist doch eine naive Forderung. Meist geht es sogar etwas besser. Leider erweist es sich erst hinterher.

    5. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor einem Monat

      @Thomas Wahl alles im Rahmen außer "fahrlässig und dumm". Braucht es ja auch überhaupt nicht. Ist aber auch nicht schlimm - sagt halt dann mal eine*r aus der Redaktion "Vorsicht bitte".

    6. jens Leonhäuser
      jens Leonhäuser · vor einem Monat

      @Marcus von Jordan Hallo Marcus, da bin ich froh, dass es zumindest bei meinem zweiten Kommentar für ein "ausreichend" gereicht hat. In puncto Höflichkeit und Freundlichkeit würde ich mir wünschen, das Redakteure die gleichen Maßstäbe an die eigene Arbeit anlegten. Eine ganze Branche (und damit deren Nutzer) in den Kontext "illegale Kinderarbeit", "brutal geraubtes Land" und "zivilisatorische Verbrechen" zu rücken wird nach meinem Dafürhalten diesem Anspruch nämlich nicht gerecht. Und ja, ich bin auch Vegetarier ;-).

    7. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor einem Monat

      @jens Leonhäuser na ja - ich kaufe mir gerade einen Fiat 500 e um ihn dann von meinem Dach zu tanken. Ich kann es ertragen, wenn jemand ausspricht, was auch dieses Produkt für Probleme mit sich bringt und finde es schon etwas anderes als festzustellen, dass jemand anders fahrlässig und dumm ist oder argumentiert.
      Nochmal: deine Meinung in Ehren und sie hat diese Formulierung ja auch gar nicht gebraucht. Wir haben uns vorgenommen, hier wirklich empfindlich und rechtzeitig zu moderieren. Wir finden das tut der Sache gut und ich habe selber schon 3x dagegen verstoßen und bin entsprechend eingebremst worden. Also nix für ungut bitte.

    8. jens Leonhäuser
      jens Leonhäuser · vor einem Monat

      @Marcus von Jordan Alles gut ;-) und ich finde den Austausch ja recht spannend. Ich habe übrigens nicht geschrieben, jemand sei dumm oder fahrlässig. Meine Kritik äussert sich ausschließlich an der Argumentation (nachzulesen in meinem Kommentar oben, sind wir also wieder gut miteinander, Frau Taube ;-). Ich denke aber, du machst es dir da ein wenig zu einfach. Zum einen sind die besagten Formulierungen sehr wohl aus dem gepiqten Text (hab nicht ich mir ausgedacht!). Zum anderen: Ihr Redakteure wirkt meinungsbildend und habt Verantwortung! Ich spreche mit einigen Menschen, die sich wieder einen Verbrenner kaufen werden, weil E-Fahrzeuge Teufelszeug sind. Grund für diese Meinung sind Artikel wie der obige. Das muss euch bewusst sein, wenn ihr sowas schreibt. Ich halte das unter der Prämisse des Klimaschutzes für fahrlässig und die schlechtere Alternative. Den bissigen Kommentar oben jetzt zu relativieren nach dem Motto, war ja eigentlich ganz anders gemeint, kann man machen... Ich würde mir allerdings von Anfang an eine reflektiertere Darstellung mit weniger reisserischem Aufhänger wünschen. Wenn ich das will, lese ich die Bild und nicht euere Piqs ;-).

    9. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor einem Monat

      @jens Leonhäuser also "wir Redakteure" gibts ja nicht hier. Ich bin Redakteur, Magdalena ist Kuratorin. Ich erwähne das nur, weil alle Kurator*innen hier aus eigener Entscheidung und ohne vorherige Abstimmung "piqen". Verantwortung hat jeder der publiziert, das stimmt.

      Aber ich finde, du wirfst hier was durcheinander ...in der Bild steht eben, dass E-Autos Teufelszeug sind, dass sie keine Kälte abkönnen, ewig laden, man nirgends laden kann, die Ökobilanz angeblich viel schlechter ist usw...also eben diesen ganzen "written blow-jobs" für die Fossilindustrie. Hier steht doch etwas anderes, nämlich, dass im Wandel mehr Umdenken nötig ist, als nur die Antriebsart zu wechseln.
      "Aber kann man tatsächlich die Verbrennungs- durch Elektromotoren austauschen und ansonsten alles beim Alten belassen? Die Autokonzerne scheinen dazu fest entschlossen."
      Zu groß, zu schnell und vor allem so teuer, dass sie nur als krass steuersubventionierte Firmenfahrzeuge am Markt funktionieren können.

      "Kinderarbeit und Landraub" - glaubst du denn, dass das nicht stimmt, dass das zur Elektromobilität dazu gehört? Ich ergänze noch die krasse Umweltzerstörung für seltene Erden in China. Muss man das nicht hören und ertragen? Und dann ggf. trotzdem entscheiden, dass das E-Auto die bessere Alternative ist?

    10. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Monat

      @Marcus von Jordan "Kinderarbeit und Landraub" gibt es sicher. Und es ist nie ganz auszuschließen, das in irgendwelchen Produkten auch teilweise geringe Mengen damit geförderter Stoffe enthalten sind. Nur auf mit der Hand geförderte Materialien läßt sich keine Industrie aufbauen. Das ist eine totale ad hoc-Übertreibung.

      Wenn man das aber wirklich als Quelle allen Übels sieht, dürfte man auch nicht hier posten. Gerade unsere Elektronik enthält Unmengen seltener und teurer Materialien. Genau wie heutige/zukünftige Wind- und Solartechnologien, sprich auch Batterien. Im Grunde müßten wir dann zurück ins Mittelalter. Also sollten wir diskutieren, wie man zu vernünftigen Stoffkreisläufen kommen. Eine lebenswerte Zukunft wird es ohne Hochtechnologie und Wissenschaft nicht geben. Gerade auch nicht für die Kinder, denen ihre Länder keine Alternativen zu den fürchterlichen Zuständen bieten.

      Eine solche Art der Kritik/Ablehnung an den technischen Anwendungen ist daher m.E. kontraproduktiv. Auch wenn ich ein gewisses Verständnis für vernünftigere/angemessenere Autogrößen habe. Sie verdammt letztendlich die Ärmsten zu Hunger und frühem Tod.

    11. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor einem Monat

      @Thomas Wahl Wer hätte gesagt, dass es eine Zukunft ohne Hochtechnologie und Wissenschaft geben sollte? Wo steht denn das?

      Und wenn jemand kritisiert, dass unsinnig große, unsinnig schnelle und unsinnig teure Autos nicht gut sind, nur weil sie elektrisch sind, dann bringt das Hunger und Tod für die Ärmsten ja?

    12. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Monat

      @Marcus von Jordan Also wenn man Technologien ablehnt, weil dort Stoffe drin sind, die aus Kinderarbeit kommen könnten, dann wird es kein HighTech mehr geben. Solche Sätze lassen jedenfalls schlimmes befürchten:
      "Zukunftstechnologien, die keine Zukunft eröffnen, sondern die Probleme der Gegenwart in einem neuen Gewand auftreten lassen, die die Gegenwart also verlängern, bei denen der Begriff "Gegenwartstechnologien" trotzdem nicht wirklich passt, weil sie irgendwie von gestern sind – also einer dunklen Vergangenheit angehören, die man gerne längst hinter sich wüsste: Da fällt mir sofort Tesla ein."

      Was sollen denn die Zukunftstechnologien sein, wenn man den Rundumschlag ernst nimmt? Der Wald, in dem dann 10 Mrd. Menschen leben müssen? Mit dem Ekel vor der angeblich dunklen Vergangenheit seiner Vorfahren allein wird man keine Zukunft gestalten können. Gefühle sind kein Know How.

    13. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor einem Monat

      @Thomas Wahl Du antwortest mit der nächsten Polemik, wenn ich die erste hinterfrage.

      Der piq ist teilweise auch polemisch. Aber den Satz, den du zitierst, finde ich wunderbar, mindestens den ersten Teil. Ich verstehe: ja das ist eine Zukunftstechnologie, aber so wie sie von Tesla angewendet wird, eröffnet sie keine Zukunft, weil gravierende Fehler reproduziert werden.
      Was ist denn das Schlimme, das du jetzt befürchtest? Dass alle im Wald wohnen müssen deshalb? Dass die Ärmsten Hunger und Tod erleiden, weil wir versuchen unsere (Elektro-) Mobilität nachhaltiger zu machen? Dass wir ins Mittelalter zurück müssen, wenn Gesellschaften ihren Konzernen sagen, dass sie noch 2 oder 3 andere KPIs für ihr Treiben akzeptieren müssen, als quantitatives Wachstum und Dividende? Dass der real existierende Sozialismus dann aus dem Grab steigt und wir Stalins alte Denkmäler wieder im Kreisverkehr aufstellen?

      Ich hab ja glaub ich schon mal gesagt, dass diese Art der polemischen Kapitalismuskritik-Kritik meiner Ansicht nach längst der größte Destabilisator für die Demokratie und die größte Gefahr für den Liberalismus darstellen.

    14. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Monat · bearbeitet vor einem Monat

      @Marcus von Jordan Also ich hab das mit dem Wald nicht erfunden, es steht im Piq: "Teslas Chef, der sich gerne fortschrittlich gibt, hat vermutlich weder etwas vom "Wood Wide Web" noch von der Idee gehört, dass "Wald eine Technologie ist, die unsere Atmosphäre vom Treibhaus befreit" (Eva von Redecker)." Das ist reine Polemik, reines Vorurteil. Von jemanden, der wahrscheinlich nie ein Unternehmen aufgebaut und geführt hat.

      Übrigens ist nicht Tesla der Anwender sondern wir alle, die Gesellschaft. Wenn wir das so nicht wollen, können und müssen wir das klar formulieren und der Wirtschaft vorgeben. Dazu braucht es aber schon ein paar konkretere Hinweis. Meine Argumentation war nicht, das wir der Industrie keine Vorgaben machen dürfen - das ist Unsinn. Ich hatte eigentlich einen ganz anderen Vorwurf erhoben. War das so unverständlich formuliert?

      Die Wirtschaft ist nicht der Feind. Und im übrigen hat genau dieses Bild von Wirtschaft zum real existierenden Sozialismus geführt. Nur das dann noch viel umweltschädigender und ineffizienter gewirtschaftet wird. Du kannst das natürlich gern ins lächerliche ziehen. Aber das Problem des Sozialismus war am Ende nicht der Stalinismus. Den hatten wir schon überlebt. Es war die staatliche Unfähigkeit effizient zu wirtschaften, die Unfähigkeit Überschüsse zu erwirtschaften. Und damit die Unfähigkeit komplexe und teure technologische Innovationen durchzuführen. Ich bin immer wieder erschrocken über die Ahnungslosigkeit im Westen, was die Geschichte (nicht nur) des Sozialismus betrifft. Wenn es einen Sinn gab für den Sozialismus, dann waren es eigentlich genau diese Erfahrungen. Schade drum .... Und kein Wunder dass das dann als polemische Kapitalismuskritik-Kritik ankommt.

    15. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Monat · bearbeitet vor einem Monat

      @Marcus von Jordan Was ich noch sagen wollte. Ich finde es schon etwas einäugig, wenn man sich zwar die Wiederkehr des Nationalsozialismus vorstellen kann, ja dafür sogar eine richtige Gefahr sieht. Aber die Wiederkehr des Sozialismus als Gefahr völlig abtut. Gleichzeitig oft mit den gleichen Denkmustern operiert wie die alten Sozialisten.

    16. jens Leonhäuser
      jens Leonhäuser · vor einem Monat

      @Marcus von Jordan Die auf den Piqd folgenden Kommentare sind deutlich reflektierter und differenzierter, als der Ursprungs-Kommentar von Frau Taube selbst. Und nur um den geht es in meiner Kritik. Um nichts anderes. Der Ursprungs-Kommentar ist eben gerade nicht differenziert meinungsbildend, sondern polemisch meinungsmachend. Es ist aber sehr kollegial von dir, dass du mit deinen Kommentaren bemüht bist, diese Assoziation aufrecht zu erhalten. Der Ursprungskommentar erinnert mich von der Tonalität her an den unsäglichen Taz Artikel zur Polizei (wonach die Mülldeponie der „geeignete Ort“ für Polizisten sei, und so weiter). So etwas lässt mich immer wieder einigermaßen ratlos zurück, was denn die Motivation dahinter ist: Bedienung eines gewissen Klientels? Vielleicht. Passive Aggressivität, um Dampf abzulassen? Wäre möglich. Der Versuch, konkrete Meinungsbildung zu unterstützen? Wohl eher weniger. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, der Ursprungs-Kommentar ist ideologisch vertretbar. Funktional ist er aber Mist, weil er mehr schadet als nutzt. Redakteur*innen, Journalist*innen, Kurator*innen sind es gewohnt zu kommentieren und zu kritisieren. Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass sie mit Kritik an der eigene Arbeit aber nicht ganz so gut zurecht kommen. War mein letzter Kommentar zu dem Thema. Muss schließlich noch die Welt retten ;-)

    17. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor einem Monat

      @jens Leonhäuser ja ich auch...ich hole morgen noch das Plastik aus dem Meer und dann können wir hier weiter diskutieren...

    18. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Monat

      @Magdalena Taube Wenn es das "naive Wunschdenken" war, das zur französischen Revolution führte - wofür einiges spricht - sollte man sich aber davor hüten. All diese Versuche und Ideologien zu grundlegenden Alternativen und großen Sprüngen, haben zu fürchterlichen Blutbädern geführt. Und im 20. Jahrhundert sicher zu mehr Toten als die Versuche durch Technologien und Industrie das Leben der Menschen zu verbessern. Das es heute hier zu Lande so viele Philosophen, Literaturwissenschaftler oder Journalisten gibt - die hier über grundlegende Alternativen reden - ist dieser Entwicklung zu verdanken. Um 1800 waren noch ca. 2/3 der Bevölkerung Bauern. Heute sind mehr als 20 % Akademiker mit viel Zeit für Diskurse.

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