Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Technologie und Gesellschaft

Christian Huberts
mächtiger™ Kulturwissenschaftler und Kulturjournalist
Zum piqer-Profil
piqer: Christian Huberts
Freitag, 25.08.2017

Umsonst kann sehr teuer sein: Das Free2Play-Geschäftsmodell

Das Thema »Free2Play« ist in der Spielkultur fast schon ein alter Hut. Die Industrie macht seit Jahren beachtliche Umsätze damit, ihre Software kostenlos anzubieten und dann Stück für Stück den Anreiz zu erhöhen, dennoch Geld für In-Game-Gegenstände zu bezahlen. Sei es, um die Spielerfahrung zu individualisieren, den Schwierigkeitsgrad zu verringern, Wartezeit zu überbrücken oder exklusive Inhalte zu genießen. Fast schon ein kleines Wunder, dass die sogenannten »Micropayments« nicht schon längst im großen Stil in anderen Kulturbereichen eingesetzt werden, schließlich könnte man auch problemlos kostenlose eBooks mit kostenpflichtigen Updates, Bonuskapiteln und Komfortfeatures ausrüsten.

Für das Wirtschaftsmagazin brand eins führt Christoph Koch noch einmal niedrigschwellig in das Thema ein. Neben den grundsätzlichen Vor- und Nachteilen für Nutzer und Produzenten sowie den schmutzigen Tricks der Industrie, macht er vor allem auch auf einen besonders wichtigen Aspekt aufmerksam. Unter den vermeintlich fairen Bedingungen von Free2Play werden Spiele (und jede andere Form digitaler Kultur) von permanenten Kosten-/Nutzen-Abwägungen durchdrungen. Der Selbstzweck von Unterhaltung und Kulturgenuss geht zwischen verlockenden Angeboten verloren:

Die Frage ist jedoch, ob sich durch das F2P-Konzept das Wesen der Spiele insgesamt verändert hat. Ob es statt auf Unterhaltung inzwischen nur noch auf Geduld und Selbstbeherrschung ankommt. Wer Spiele wie „World of Tanks“, „Candy Crush Saga“ oder „Clash of Clans“ spielt, wird permanent mit verlockenden Abkürzungen konfrontiert: „Warte 48 Minuten, bis dein Magier wieder einsatzbereit ist – oder heile ihn sofort für 37 Diamanten“; „hoffe darauf, dass über Nacht kein anderer Spieler deine Burg überfällt und dein Gold klaut – oder schütze dich für 0,99 Euro.“ Was eigentlich ein Zeitvertreib sein sollte, wird zum ewigen Marshmallow-Test.
Umsonst kann sehr teuer sein: Das Free2Play-Geschäftsmodell
8,6
5 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied für unter 4€ pro Monat!