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Technologie und Gesellschaft

Magdalena Taube
Redakteurin
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piqer: Magdalena Taube
Freitag, 08.12.2017

Der Rebound-Effekt: Warum die Digitalisierung unseren Planeten nicht retten wird

Wenn es um Digitalisierung geht, dann hält sich eine Vorstellung besonders hartnäckig: Sie wird uns helfen, unseren enormen Ressourcenverbrauch zu drosseln und uns somit doch noch eine Chance geben, den Planeten zu retten. Klingt ziemlich gut und im Alltag ist es vielleicht auch spürbar: Weniger Papier auf Grund von E-Mails und E-Readern, effizienterer Stromverbrauch durch smarte Haushaltsgeräte etc. Doch an dieser Stelle kommt der Rebound-Effekt zum Tragen, den Tilman Santarius auf mehreren Ebenen beschreibt. Mehr Effizienz bedeutet nämlich nicht weniger Konsum. Der Mensch wird noch aktiver, arbeitet mehr, verbraucht mehr. Der Rebound-Effekt ist sehr wenig erforscht, kann jedoch Wirtschaft, Technologie und Umwelt gleichermaßen treffen – kein Wunder in unserer vernetzten Welt. Tilmans bringt viele plastische Beispiele, die jeden zum Nachdenken anregen sollten, der auf smarte Lösungen setzt, ohne sie kritisch zu hinterfragen.    

Der Rebound-Effekt: Warum die Digitalisierung unseren Planeten nicht retten wird
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Kommentare 3
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor 10 Monaten

    Deckt sich mit Hartmut Rosa, der aufzeigt, wie Technologie seit 200 Jahren Zeit spart. Diese Zeiterersparnis wird aber ebenso seit 200 Jahren aufgefressen, indem wir einfach mehr dessen tun, was effizienter geworden ist. Zug spart Zeit --> dadurch häufigere Zugfahrten --> Zeitersparnis ist weg. Emails schreiben sich schneller als Briefe --> wir schreiben viel mehr Emails als Briefe --> Zeitersparnis ist weg.

    1. Magdalena Taube
      Magdalena Taube · vor 10 Monaten

      Ja, und dann kommt noch das ganze Kommentieren von digitalen Texten dazu ;)

  2. Fabio Brill
    Fabio Brill · vor 10 Monaten

    Das Thema ist in den Umweltwissenschaften bekannt, aber unbeliebt - denn die Schlussfolgerung ist, dass nur eine Änderung unseres Verhaltens (Verzicht) wirklich einen Unterschied macht. Das ist bitter. Insbesondere bei Life Cycle Assessments kommt oft raus, dass ein neues Produkt (z.B. Elektroauto) über die gesamte Lebensdauer (cradle to grave / cradle to cradle) nicht viel besser ist als das bisherige. Man fühlt sich aber besser dabei und verwendet es häufiger. Wie in dem Artikel angesprochen, geht der Trend außerdem dahin, dass jedes noch so einfache Alltagsgerät aus komplexer Technologie bestehen wird. Das ist oftmals unsinnig, aber der durchschnittliche Verbraucher gewöhnt sich sehr schnell an neue Spielereien und protestiert, wenn sie ihm wieder genommen werden sollen. Wenn jeder derzeit lebende Mensch einen smarten Kühlschrank besitzen muss, wird es tatsächlich kritisch. Den Firmen, die solche Dinge produzieren, kann man nur schwer einen Vorwurf machen, so lange es die Leute kaufen - aber vielleicht müsste hier die Politik einspringen und andere Anreize schaffen.