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Technologie und Gesellschaft

Warum echte Nachhaltigkeit nicht ohne Kreislaufwirtschaft geht

1E9 Magazin
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1E9 MagazinMontag, 29.03.2021

Vieles, was heute als Beitrag für mehr Nachhaltigkeit verkauft wird, ist für den Chemiker Michael Braungart eher der Versuch, die Umwelt etwas weniger zu zerstören. Kein Beitrag zum echten Schutz des Planeten.

Autoreifen, zum Beispiel, halten heute doppelt so lang wie vor 30 Jahren – und die Leute denken, das sei gut, weil man weniger Autoreifen braucht. Aber die 470 Chemikalien, die in den Reifen drin sind, finden sich jetzt in der Umwelt. Über die Hälfte des Mikroplastiks im Rhein ist Reifenabrieb. Man hat das Falsche perfekt gemacht und damit perfekt falsch.

Das sagt Michael Braungart im neuen Podcast "SUHDO" (Sustainable Human Doing) von 1E9. Er ist Professor an der Erasmus-Universität Rotterdam, an der Leuphana Universität Lüneburg, er ist Chef der EPEA GmbH, Leiter des Umweltinstituts in Hamburg und hat viele weitere Titel. 

Vor allem aber ist er – zusammen mit dem amerikanischen Architekten William McDonough – der Erfinder des Cradle-to-Cradle-Konzepts. „Cradle to cradle“ heißt auf Deutsch „von der Wiege zur Wiege“. Die Grundidee dahinter ist ein Wirtschaften in biologischen und technischen Kreisläufen. Abfall kommt darin nicht mehr vor. Und obwohl mittlerweile sogar die EU-Kommission Cradle-to-Cradle propagiert, würde er sich deutlich mehr Verständnis und auch Mut der Unternehmen und der Politik wünschen.

Recycling statt Downcycling

Das fängt beim Thema Plastikverpackung an. Braungart plädiert hier für ein Pfand auf sämtliche Verpackungen, damit es sich lohnt, hochwertige Kunststoffe einzusetzen, die keine Giftstoffe in die Umwelt absondern und beliebig oft wiederverwendet werden können. Was jetzt als "Recycling" durchgeht, sei das gar nicht, sagt Braungart:

Es ist noch nie ein Handy zum Handy recycelt worden, noch nicht einmal ein einfaches Fensterglas ist jemals zum Fensterglas recycelt worden. Bis vor drei Jahren war es noch legal, alte Plastikflaschen in Bergwerke zu kippen und das als stoffliche Verwertung auszugeben. Das ist nur eine Subvention für die Abfallindustrie. Der Grüne Punkt ist nie für die Umwelt gemacht worden. Eigentlich ist alles, was da stattfindet, Downcycling.

Ein weiterer Vorschlag: Anstatt Waschmaschinen oder Autos zu verkaufen, sollte nur die Nutzung verkauft werden. 3.000 Waschgänge, zum Beispiel. Dann müssten die Hersteller ihre Maschinen zurücknehmen, womit es sich lohnen würde, auf wiederverwertbare, hochwertige Materialien zu setzen. Auf Dauer würden solche Konzepte auch den Firmen helfen, meint der Wissenschaftler. Und zwar schon bei der Personalsuche.

Wenn die BASF sagen würde, in zehn Jahren wird nur noch Kunstsoff hergestellt, der aus dem CO2 der Luft gewonnen wird, würde sie die besten Leute kriegen. Sonst krieg ich nur Leute, die Opportunisten sind und versuchen, die Plastikflaschen noch ein bisschen leichter zu machen. Ich brauche aber Menschen, die den Gesamtkontext sehen. Dann könnten wir zum Beispiel Polycarbonate so machen, dass sie von vornherein biologisch abbaubar sind, so es dann – anders als bei PET – auch kein Mikroplastikproblem gibt. Dann haben meine Jungwissenschaftler eine positive Aufgabe. Sonst sind sie doch nur ein Teil davon, den Untergang ein bisschen zu verzögern.
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