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Frederik Fischer
Sub-, Pop- und Netzkulturkorrespondent
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piqer: Frederik Fischer
Montag, 20.11.2017

Jamaika: Ein nüchternes Erklärstück zum Ende der Sondierungen.

Die Pressemitteilung war kaum verlesen, als die Meldung vom Aus der Verhandlungen bereits von allen Seiten instrumentalisiert wurde. Von der AfD, die den Ausgang als eigenen Erfolg umdeutete, von der FDP selbst, die fix schon vorbereitete Grafiken und Hashtag-Kampagnen streute und natürlich auch von den anderen Verhandlungspartnern, die der FDP politisches Kalkül und mutwillige Sabotage vorwarfen. 

Ähnlich meinungsstark begleiteten die meisten JournalistInnen die Ereignisse. Dieser Erklärtext sieht dankenswerterweise von Verurteilungen ab und stellt vier Erklärungsansätze zur Diskussion.

  • Mit den Grünen ging inhaltlich einfach nichts zusammen
  • Angela Merkel ist schuld
  • Die FDP hat Angst vorm Regieren
  • Die FDP will sich rechts von der Union neu positionieren

Was ist eure Haltung zu diesen Thesen und welche anderen Erklärungsansätze überzeugen euch?

Jamaika: Ein nüchternes Erklärstück zum Ende der Sondierungen.
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Kommentare 4
  1. Michaela Maria Müller
    Michaela Maria Müller · vor 2 Monaten

    Ich denke, die FDP hat nach vier Jahren APO die Aussicht auf Regierungsbeteiligung überfordert. Personell sind sie so schlecht aufgestellt, dass es tatsächlich geworden wäre. Der SPD könnte man die erneute Festlegung, dass sie es vorziehen, in der Opposition zu bleiben, um wieder Profil zu gewinnen, vorwerfen. Vielleicht sollte man das, wenn man auf die Rolle der Bundesrepublik im europäischen Kontext und darüber hinaus schaut. Die CSU ist grade sehr mit sich selbst und den Machtkämpfen in der Partei befasst.

    1. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 2 Monaten

      Es bleibt mir unverständlich, wie es die FDP versäumen konnte, vier Jahre verstreichen zu lassen, ohne zumindest ein halbes Dutzend neue Talente aufzubauen.

  2. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 2 Monaten

    Wir hatten in den letzten Jahren in anderen europäischen Ländern Regierungsbildungsprozesse, die ungewöhnlich lange dauerten. Man denke nur an Spanien, wo sich dann eine Regierung durchsetzte, die den Konflikt mit Katalonien verschärfte.
    Deshalb sind neben personellen Eigenarten transnationale Erklärungen sinnvoll. Möglicherweise glotzt Lindner neidvoll nach Österreich. Immerhin modelt er doch wie der Sebatian Kurz.
    Der Ansatz von Varoufakis ist noch immer viel zu wenig analysiert und diskutiert. Das Desaster begann für ihn in der Finanzkrise von 2008, die uns immer noch zu schaffen macht und führte zum „endgültigen Zusammenbruch“ des Systems, das sich nach dem Epochenjahr 1989/90 herausgebildet hatte. Bis dahin galt als Leitbild, dass der freie Markt „unter heldenhaften Unternehmern die erfolgreichsten auswählt“. Aber nach 2008 rettete man die, die insolvent, aber – wie es hieß – systemrelevant waren. Den Herrschenden fehlen immer mehr Ideen, wie Gesellschaften zu erhalten sind.
    Mehr Infos und Links findet man in meinem Piq:
    www.piqd.de/seite-ein...

    1. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 2 Monaten

      Der Verweis auf Österreich wird auch im Text diskutiert. Halte ich durchaus für schlüssig. Über die Verfehlungen bei der Krisenbewältigung sind wir vermutlich auch einer Meinung. Was mich verstört, dass wir vermutlich zum ersten Mal erleben, wie ein System sich selbst abschafft, ohne dass sich ein in sich schlüssiges neues System um den freiwerdenden Platz bewirbt.