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Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Dienstag, 14.11.2017

Dreijähriger erschießt Einjährige – Amerika spricht erneut über Schusswaffenmissbrauch

Eine geladene Waffe, ein schlafendes Baby, ein neugieriges Geschwisterkind. Aus dieser Kombination entstand in den Vereinigten Staaten von Amerika ein erneut tragischer Fall von Schusswaffenmissbrauch. Nach dem Shooting von Las Vegas am 2. Oktober, bei dem ein Schütze 58 Konzertgänger ermordete, und der Schießerei in einer Kirche in Sutherland Springs (Texas) mit 26 Opfern am 5. November dieses Jahres zeigt auch der dieser Fall, wie gigantisch das Schusswaffenproblem der USA tatsächlich ist. 

Ein Dreijähriger erschoss seine einjährige Schwester mit einer Waffe, die auf dem Bett lag, in dem das Kind schlief. Der Vater, der die Waffe nicht hätte besitzen dürfen und sie leichtfertig abgelegt hatte, floh nach dem Schuss. Nach dem Tod des Mädchens, das zunächst noch in eine Klinik gebracht worden war, stellte sich der 25-Jährige der Polizei. Sie nahm ihn wegen fahrlässiger Tötung fest.

In den vergangenen Jahren hatten spielende Kinder öfter Schüsse aus Waffen ausgelöst. So erschoss 2014 ein Junge seine Mutter in einem Supermarkt mit einer Pistole, die er beim Einkaufen in deren Handtasche gefunden hatte. Ein weiterer Fall aus 2016: Ein Kind tötet seine Mutter bei der Autofahrt mit einer Waffe, die er im Fond des Wagens gefunden hatte.

Wie kommt es nur immer wieder zum Schusswaffenmissbrauch? Die Süddeutsche Zeitung hat zum Waffenbesitz in den USA interessante Fakten aufbereitet: 78 Prozent der Amerikaner besitzen keine Waffe. 19 Prozent besitzen die Hälfte aller Waffen und nur drei Prozent der Bürger die anderen 50 Prozent. Solche Menschen, die viele Pistolen und Gewehre besitzen, werden "Super Owners" genannt. "Geschätzt wird, dass 7,7 Millionen Amerikaner zwischen acht und 140 Waffen haben." Zu dieser Gruppe gehörte auch der Attentäter von Las Vegas, der über ein ganzes Arsenal verfügte. 

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