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Reportagen und Interviews

Marcus Ertle
Journalist

Marcus Ertle arbeitet als Journalist mit den Schwerpunkten Interviews und Reportagen.

Ertle studierte Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft.
Seine Texte erscheinen hauptsächlich bei GALORE, Krautreporter, Tagesspiegel und der Süddeutschen Zeitung.

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piqer: Marcus Ertle
Montag, 24.10.2016

In der Folterkammer von BMW

Irgendwie dürfte es uns ja nicht überraschen, dass es hinter den Kulissen des real existierenden Kapitalismus oft brutal zugeht. Aber wenn man dann  einen dieser Insiderberichte liest, ist man als naiver Konsument und Leser immer wieder baff. 

So ging es mir bei diesem Welt-Artikel, den man allerdings nur lesen kann, wenn man das welt+-Angebot nutzt — von irgendwas müssen die Leute bei Springer ja auch leben. 

Folterkammer. So werden die winzigen Besprechungszimmer genannt, in denen die Einkaufsabteilung von BMW mit ihren Zulieferern verhandelt. Hier wird gnadenlos um jeden Cent gefeilscht, gerne auch mit allerlei psychologischen Tricks, die man wahrscheinlich auf diversen Lehrgängen des Unternehmens lernt. Am Ende der Lektüre denkt man sich, dass Wirtschaft abseits der Werbung und der ausgefeilten PR vor allem eben doch Krieg innerhalb der Grenzen der Legalität ist. 

Das Bemerkenswerte an dem Artikel ist auch, dass er nicht von einem kapitalismuskritischen Journalisten verfasst wurde (soviel revolutionäres Potenzial wäre bei der WELT ohnehin nicht drin), sondern anscheinend von einem Zulieferer, der die Verhandlungspraxis der Münchner selbst erlebt hat.

Dass das Beschriebene keine Erfindung eines rachsüchtigen Mittelständlers ist und dass die Einkäufer von BMW branchenweit berüchtigt sind, hat mir übrigens soeben eine namentlich freilich nicht zu nennende Quelle bestätigt.

 Da fährt man dann doch lieber erstmal weiter Fahrrad.

In der Folterkammer von BMW
8,6
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Kommentare 1
  1. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · vor etwa einem Jahr

    Ja - den hätt ich auch so ähnlich schreiben können. Dass das aber eine BMW-Spezialität ist, glaube ich nicht.