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Pop und Kultur

Fabian Peltsch
Musikjournalist
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piqer: Fabian Peltsch
Freitag, 23.12.2016

Kanye, Kim und Trump: Warum die Celebrity-Kultur ein nicht zu unterschätzendes Machtwerkzeug ist

Wir kennen die Gesichter von Berühmtheiten oft besser als die Gesichter unserer Nachbarn. Selbst wenn wir ihnen nicht in der yellow press oder auf Instagram folgen, sickern sie durch die allgegenwärtigen Lecks der Informationsgesellschaft in unser Bewusstsein. Es ist schwer, nicht zu wissen, wer Kim Kardashian oder Kanye West sind, für was sie stehen oder wo sie gerade wieder Rampenlicht und Kamera-Zooms auf sich gezogen haben.

In den letzten zwanzig Jahren ist bedingungslose Berühmtheit immer mehr zur Eigenqualität geworden. Und laut George Monbiot ein nicht zu unterschätzendes Werkzeug politischer und wirtschaftlicher Macht. Ihre Instrumentalisierung sei ein „Weapon of Mass Distraction", die nicht nur die Kraft hat, gesichtlosen Konzernen eine attraktive menschliche Maske zu verleihen, sondern darüber hinaus alles um sich herum zu verdunkeln weiß –  vom Wahrheitsgehalt von „Postfakten" bis zum politischen Bewusstsein der Bevölkerung, das unter der Sucht nach Celeb-News immer mehr verkümmert.

...people fixated by celebrity watch the news on average as much as others do, but they appear to exist in a state of permanent diversion. If you want people to remain quiescent and unengaged, show them the faces of Taylor Swift, Shia LaBeouf and Cara Delevingne several times a day.

Donald Trumps Kampagne sei der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklung gewesen, schreibt Monbiot. Sie habe aufgezeigt, wie weit man kommen kann, wenn man eine etablierte Corporate Identity mit der Strahlkraft einer TV-Persönlichkeit fusioniert. Vom Blender zum Präsidenten. 

Monbiot fordert: Wir müssen die Celebrity-Kultur ernster nehmen. Denn sie ist längst zu einer essentiellen Komponente unseres Systems geworden. Wir müssen handeln, bevor der Wiedererkennungswert alle anderen Werte überschattet. 

Kanye, Kim und Trump: Warum die Celebrity-Kultur ein nicht zu unterschätzendes Machtwerkzeug ist
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