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Pop und Kultur

Ulrike Klode
Freie Journalistin und Trainerin
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piqer: Ulrike Klode
Mittwoch, 13.09.2017

Die Frauenfeindlichkeit in „The Big Bang Theory“ aufgedröselt

Die Comedy „The Big Bang Theory“ ist seit Jahren eine der erfolgreichsten US-Serien weltweit. Über die vier Hauptfiguren - allesamt Naturwissenschaftler und das, was man gemeinhin als „Nerd“ bezeichnen würde - ist vielfach diskutiert worden. Unter anderem auch deswegen, weil die Figuren scheinbar dem gängigen Hollywood-Männlichkeitsbild widersprechen und in der Sitcom zur besten Sendezeit auch mal über Stringtheorie oder Dunkle Materie diskutiert wird. Was bisher aber selten Thema war: die unverhohlene Frauenfeindlichkeit, die in jeder Folge mitschwingt. Als sei es selbstverständlich, dass dieser oftmals belächelte Männertyp Frauen gering schätzt und entsprechend schlecht behandelt. 

Folgender Video-Essay „The Adorkable Misogyny of ‚The Big Bang Theory‘“ von Jonathan McIntosh dekonstruiert den Sexismus und die Frauenfeindlichkeit der Serie - hier wird erklärt, wie die vier Hauptfiguren mit Frauen umgehen, wie die Drehbuchautoren das Thema einsetzen (zwar ansprechen, aber nicht kritisieren) und was das mit Sexismus in der Tech-Branche zu tun hat. Der Autor zeigt aber auch auf, dass es Positiv-Beispiele gibt, Nerdfiguren in Serien, die nicht sexistisch oder frauenfeindlich angelegt sind. 

Die Frauenfeindlichkeit in „The Big Bang Theory“ aufgedröselt
8,3
4 Stimmen
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Kommentare 3
  1. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · vor 2 Monaten

    sehr großartig...ich garniere es mal mit einem Geständnis - ich habe es immer wieder angesehen und meine Schmerzgrenze in Sachen Sexismus wurde ausschließlich von Howard überschritten. Aber auch eher so, dass ich dann eben den Charakter "persönlich" scheisse fand und nicht, dass es mich sozusagen dramaturgisch empört hätte. Leider bin ich eh schon garantiert überdurchschnittlich sensibilisiert für das Thema und es ist davon auszugehen, dass das bei den allermeisten Zuschauern der Serie überhaupt keinen Ausschlag erzeugt...ist auch das erste mal, dass ich etwas höre von Sexismus in dieser Serie.
    Ich habe es bei weitem nicht alles angesehen, aber ich habe den Eindruck, dass alle vier Charaktere ihren Sexismus etwas überwinden mit der Zeit. Sie finden energische, selbstbewusste Partnerinnen und lernen. Ist aber nur ein Eindruck eben.
    Finde außerdem das Format famos - macht kein Mensch auf deutsch so was oder...

    1. Ulrike Klode
      Ulrike Klode · vor 2 Monaten

      Das ist interessant, mir ging es nämlich ähnlich: Den Sexismus der anderen habe ich so hingenommen und über Howards Sexismus habe ich mich geärgert. Das Video hat mir gezeigt, wieviel ich einfach unbewusst hingenommen habe. Erschreckend eigentlich.

      Ja, den Eindruck, dass die Frauenfeindlichkeit etwas abnimmt, teile ich. Bei Howard allerdings deutlich weniger als bei den anderen. Und: Bei Sheldon nimmt sie dadurch zu, dass sich der Charakter durch die Figur Amy mit dem weiblichen Geschlecht auseinandersetzen muss.

      Auf Deutsch habe ich ähnliche Dekonstruktionen von Serien oder anderen Popkultur-Phänomen noch nicht gefunden, im Englischen gibt es einige Youtuber, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln damit beschäftigen.

    2. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 2 Monaten

      @Ulrike Klode finde das wichtig und etwas, was die großen Zeitungsverlage unbedingt verstärkt versuchen sollten - ich glaube du kannst mit so einem Video eine ganz andere Zielgruppe mit so einem Thema erreichen, als mit dem entsprechenden Text.