Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Pop und Kultur

Fabian Peltsch
Musikjournalist
Zum piqer-Profil
piqer: Fabian Peltsch
Sonntag, 13.08.2017

"A Thin man with a transcendental phallus": Hanif Kureishi über seinen Freund David Bowie

David Bowie und der Schriftsteller Hanif Kureishi besuchten beide die Bromley Technical Highschool in Keston. Als Jugendlicher bewunderte Kureishi den Musiker aus der Ferne. Er habe ihm bewiesen, dass "Identität nur Maskerade" sei, erzählte der wegen seiner dunklen Hautfarbe oftmals ausgegrenzte Autor 2008 in einem Interview. Nachdem Bowie den Soundtrack zu der auf Kureishis Debütroman basierenden BBC-Serie "The Buddha of Suburbia" komponierte, wurden die beiden schließlich Freunde.

Anlässlich der Veröffentlichung der Oral History "David Bowie: A Life" schreibt der heute 62-Jährige seine Erinnerungen an den Ausnahmekünstler nieder, vermischt mit einer anekdotischen Rezension des Buches. Das ist erwartungsgemäß literarisch, schwärmerisch und genüsslich furchtlos in Details verliebt, zum Beispiel, wenn er David Bowies Penis einen kleinen Absatz widmet:

He had much to put about. Feminine and extraordinary looking, with different coloured eyes, a swan neck, porcelain skin, good hips and a delicious penis, he had it all. I believe his penis was first detailed in print by his first manager Ken Pitt, whom Bowie left after “Space Oddity” became a hit, poetically describing “his long, weighty penis swaying from side to side like the pendulum of a grandfather clock”. 

Dabei kommt Kureishi den bemerkenswertesten Facetten des zuletzt zurückgezogen lebenden Künstlers analytisch wie auch persönlich sehr nahe. Bowie war ein "Lad" mit dem richtigen Akzent, aber auch ein Zweifler, der einem mit Stift und Papier in der Hand seine Platten vorspielte. Er war ein liebender Vater, der mit dem Song "Kooks" bereits in den 70er-Jahren der Elternschaft den Ernst nahm und mehr oder weniger alleine einen erfolgreichen Sohn großzog. Einer der trotz strengstem Arbeitsethos "für keinen Moment gelangweilt oder durchschnittlich" gewesen wäre, schreibt Kureishi. Ein lesenswerter Text, der auch als Buchkritik Lust auf mehr macht.  

 "A Thin man with a transcendental phallus": Hanif Kureishi über seinen Freund David Bowie
8
3 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied für unter 4€ pro Monat!