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Medien und Gesellschaft

Simon Hurtz
SZ-Journalist, Bildblogger, Vielleser

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piqer: Simon Hurtz
Sonntag, 27.01.2019

Was Alf Frommer und Dirk von Gehlen mit Meinungsfreizeit.de erreichen wollen

Dieses Interview und damit auch dieser piq sind Werbung für eine Seite: Meinungsfreizeit.de

Creative Director Alf Frommer (@siegstyle) hat den Begriff Mitte Januar erfunden. Dirk von Gehlen hat daraufhin die Domain registriert. Auf seinem Blog will Dirk von Alf wissen, was die Wortschöpfung ausdrücken soll:

[E]igentlich haben wir von allem zu viel Meinung. Es gibt keine Schweigespirale, sondern eine Meinungsspirale: zu jedem Thema werden auch die absonderlichsten Meinungen ausgedrückt. In letzter Zeit besonders von Journalisten: da ist dann "Nazis raus" zum Beispiel grundgesetzwidrig (...).

Deshalb dachte er sich:

Zeit für eine Auszeit von der Meinung. Jeder müsste das Recht haben, auch mal keine Meinung zu haben. Her mit der Meinungsfreizeit.

Ich finde die Idee charmant. Dirk schreibt dazu:

Diese Seite erinnert daran, dass es zu den Grundbedingungen der offenen Gesellschaft gehört, andere Meinungen nicht nur zu akzeptieren, sondern auch einzunehmen. Damit ein Streit gelingen kann, sollte man sich bemühen, Menschen und Meinungen zu trennen – und sich selber und anderen gestatten, ihre Meinung zu ändern.

Er schlägt vor, den Link in Diskussionen zu teilen, die aus dem Ruder laufen:

Posten Sie den Link in eine Debatte und bitten Sie um Meinungsfreizeit für alle oder für eine bestimmte Person. Stellen Sie damit die Frage: Sind wir eigentlich noch auf der Suche nach einer Lösung? Glauben wir noch, dass das Gegenteil richtig sein könnte?

Denn Freiheit sei die Freiheit des Andersdenkenden – aber auch immer die Freiheit zum Andersdenken: Meinungsfreiheit bedeute nicht, "dass jede und jeder meine Meinung haben muss". Deshalb:

Schenken Sie sich selber und anderen häufiger Meinungsfreizeit!

¯\_(ツ)_/¯

Was Alf Frommer und Dirk von Gehlen mit Meinungsfreizeit.de erreichen wollen
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Kommentare 1
  1. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · Erstellt vor 4 Monaten ·

    ...gehört es wirklich zu den demokratischen Grundbedingungen "andere Meinungen auch einzunehmen". Ich teile vermutlich die Idee, aber finde die Formulierung nicht so gut. Geht es vielleicht mehr darum, Verantwortung zu übernehmen für eine andere Meinung? Sie also nicht nur als gegeben zu akzeptieren, sondern sich darum zu kümmern, dass man ihr selber so nahe wie möglich kommt, auch wenn man sicher weiß, dass man sie keinesfalls einnehmen kann. Nachzufragen. Hintergründe und Blickwinkel verstehen zu wollen.

    Die Amerikaner benutzen gerne die Einstiegsfloskel "I hear you saying..." um in einen konstruktiven Austausch zu finden. Das heißt natürlich so viel wie "ich verstehe dich nicht nicht, aber teile dir mit, was ich verstehe, gebe dir Gelegenheit, dass zu kommentieren oder zu korrigieren und stelle (wichtig!) in den Raum, dass meine Wahrnehmung gestaltbar ist" - funktioniert sehr gut meiner Erfahrung nach.

    Toll finde ich den Aufruf zum "Recht die Meinung zu ändern". Wobei das glaube ich eher etwas ist, was man sich selber zugestehen muss, als dass andere einem das ein einräumen müssten. Also sich verletzlich und angreifbar zu zeigen und nicht immer das totale Statement abgeben zu müssen, was direkt "like-bar" und "share-bar" ist. Es ist glaube ich wichtig zu verstehen, dass das im Besonderen eine social-media-Krankheit ist. Einfach weil wir immer die totale Sichtbarkeit unterstellen, weil uns das fiktive Publikum im Nacken sitzt - Eitelkeit und die Angst vor der Dokumentation der eigenen Unzulänglichkeit belasten die Fähigkeit offen und agil zu argumentieren, im Zweifelsfall auch ohne das andere einen entsprechenden Druck tatsächlich ausübten.