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Simon Hurtz
Journalist, Dozent, SZ, Social Media Watchblog

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piqer: Simon Hurtz
Sonntag, 05.05.2019

Radverkehr: Zehn Dinge, die deutsche Städte von Kopenhagen lernen können

Ich besitze kein Auto und fahre bei jedem Wetter Rad. Deshalb bin ich bei diesem Thema voreingenommen: Ich ärgere mich jeden Tag, wie deutsche Großstädte dabei versagen, Radverkehr zu fördern. Der öffentliche Raum ist auf die Bedürfnisse von Autofahrerïnnen optimiert: Sie haben am meisten Platz auf den Straßen, es gibt kaum verkehrsberuhigte Zonen, stattdessen überall Parkplätze.

Dass es anders geht, zeigt ein Blick nach Dänemark. Kopenhagen gilt als eine der radfreundlichsten Städte der Welt. Seit 2016 fahren dort mehr Fahrräder durch die Innenstadt als Autos. Dafür gibt es Gründe: Die Kopenhagener Stadtverwaltung gibt viel Geld aus und lässt sich von Forscherïnnen beraten.

Der Tagesspiegel hat zehn Maßnahmen zusammengetragen, die sich deutsche Städte von Kopenhagen abschauen sollten. Dazu gehören diese Vorschläge:

  • Getrennte Wege: Kopenhagen grenzt Straßen und Radwege mit einem Bordstein ab. Neue Radwege werden vier (!) Meter breit geplant.
  • Fahrradautobahnen: Acht "Supercykelstier" binden die Vorstädte an. Die Zahl der Radpendlerïnnen ist stark gestiegen. 37 weitere Schnellwege sollen gebaut werden. Am Rand gibt es Service-Stationen mit Luftpumpen oder Wasserspendern.
  • Fahrradbrücken: Neun Brücken, die nur für Fußgängerïnnen und Radfahrerïnnen zugelassen sind, verbinden Stadtteile – das Rad ist das schnellere Verkehrsmittel als das Auto.
  • Getrennte Haltelinien: Kreuzungen sind gefährlich. Kopenhagen setzt die Haltelinie für Autos an vielen Kreuzungen zurück, dass die Radfahrerïinnen im Blickfeld sind.

Den zehnten Punkt zitiere ich komplett:

Ob grüne Routen durch Parks, gewundene Brücken durch den Hafen oder extrabreite Radwege zum Nebeneinanderfahren. Fährt man in Kopenhagen selbst einen Tag Rad, ist es das, was am meisten überzeugt. Radfahren ist dort viel angenehmer als Autofahren.

Berlin, bitte nachmachen!

Radverkehr: Zehn Dinge, die deutsche Städte von Kopenhagen lernen können

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