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Der Markt für CO2-Speicherung expandiert – ein Bericht aus Texas

Ole Wintermann
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Ole WintermannDonnerstag, 04.08.2022

Dieser #LongRead by WIRED beschreibt die Bemühungen einer Region und der dortigen wirtschaftlichen Akteure im Süden der USA, den Wandel von einer ölabhängigen hin zu einer zukunftsfähigen Wirtschaftsstruktur zu organisieren. 

Es geht darum, dass die Ölindustrie versucht, die Abhängigkeit von der Ölförderung zu vermindern. Gemeinsam mit Start-ups und Risikokapital will man den Untergrund, der dort seit 100 Jahren ausgebeutet wird, nun nutzen, um große Mengen gebundenes CO2 unterirdisch zu speichern. Datenbasierte Kenntnisse der Geologie in diesem Gebiet sollen verwendet werden, um entsprechende Lagerkapazitäten für CO2 zu identifizieren. 

Als deutscher Leser war ich doch etwas verwundert, wie sehr die marktwirtschaftliche Logik diese relativ neue Tätigkeit der Ölkonzerne bereits erfasst hat:

"Major pipeline operators, which see human-generated CO2 as a huge new market; renewable-energy developers who once lambasted fossil fuels but now want to decarbonize them for profit; and landowners who sense a new way to monetize their dirt. A stampede for capital, land rights, and regulatory approval is underway."

#Klimaschutz ist – anders als vom konservativen Lager in Deutschland in entsprechenden Medien immer wieder behauptet – kein Element einer "Verbotspolitik", sondern eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Hierbei ist ganz entscheidend, dass die US-Regierung dieses neue Betätigungsfeld bereits vor Jahren mit Steuergutschriften angeschoben hat. Es zeigt sich: "Regulierung" im Sinne der Definition von Spielregeln ist elementar für das Entstehen eines Marktes. Inzwischen gibt es dort Flächen-Versteigerungen für das Speichern von CO2.

Gibt es Kritisches anzumerken? Den Schaden, den CO2 anrichtet, erst einmal geschehen zu lassen, um das CO2 dann nachträglich wieder der Luft zu entziehen, scheint nicht besonders smart. Das Argument, diese "dumme" Technik dennoch anzuwenden, scheint aber valide:

"Carbon storage is a “blunt” and “dumb” approach to curbing climate change. “You’re basically just landfilling,” he says, not decoupling the economy from the production of heat-trapping gases. But with it, he adds, “you buy the time to use the scalpel to do all the cool stuff."

Die stark mit der konservativen Parte verbundene Ölindustrie in Texas wandelt sich also langsam, um die Transformation hin zu Nachhaltigkeit zu ermöglichen – wenngleich "nur" aus ökonomischen Gründen. 

Konservative, sozialdemokratische und liberale Politik hierzulande muss noch viel dazulernen.


Der Markt für CO2-Speicherung expandiert – ein Bericht aus Texas

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Kommentare 2
  1. Dominik Lenné
    Dominik Lenné · vor 4 Monaten

    Gute Geschichte. Könnte sogar funktionieren, auch wenn ich ein bischen Bauchschmerzen wegen der Gefahr der Reemission habe. In der EU haben wir jetzt einen Emissionspreis von an die 100 €, der auch auf CCS anwendbar sein könnte. Damit sieht die Wirtschaftlichkeit nochmal ganz anders aus!

  2. Jochen Dachboden
    Jochen Dachboden · vor 4 Monaten

    oder das ganze ist halt pr der öllobby. man kann dann behaupten co2 ist easy aus der Atmosphäre entfernbar und der Kunde muss sich nicht mehr schlecht fühlen. Tatsächlich kann es aber energetisch und kostentechnisch kaum sinnvoll sein fosils zu fördern, zu verbrennen und dann das co2 wieder aufwendig herauszufiltern und unter die Erdoberfläche zu pumpen. Vermutlich ist das nichtmal ordentlich skalierbar.

    irgendwie erinnert mich das ganze an die plastik Recycling lüge. gab vor kurzem darüber ne gute Doku...

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