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Ideen und Lösungen

Berliner Pflegekräfte befinden sich seit Wochen im Streik

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin

"Wie kann die Klimakrise gelöst werden?" ist die Frage, die mich beruflich am meisten beschäftigt. Ich bin Mitglied von RiffReporter, einem Autorenkollektiv und einer Genossenschaft für freien Journalismus.

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Daniela BeckerMontag, 04.10.2021

Ich piqe diesen Text in dieser Rubrik – obwohl er keine Lösung ist. Aber ich halte die Idee der Berliner Pflegekräfte, für ihre Rechte zu streiken, für eine sehr gute Idee.

Pfleger, die während der Schicht nichts trinken, um nicht auf die Toilette zu müssen. Patienten, die rufen, aber niemand kommt. Frauen, die bei einer Geburt von Hebammen allein gelassen werden müssen. Es sind erschreckende Berichte, die von Angestellten Berliner Kliniken nach außen dringen. Ein Großteil von ihnen hält die Zustände nicht mehr aus und streikt – seit mehr als drei Wochen!

Leider bekommt der Streik sehr viel weniger Aufmerksamkeit als etwa zuletzt der Bahnstreik. Ich vermute, weil sich viele Menschen nicht vorstellen können, wie schlecht Pflegekräfte und Krankenhauspersonal teilweise behandelt werden und weil von den Auswirkungen zunächst scheinbar wenig Menschen betroffen sind. Aber die Streikenden fragen zu Recht: "Wer pflegt Dich?" Denn die Situation, die sie anprangern, ist keine berlinspezifische. Der Pflegenotstand ist real. Und spätestens seit Corona sollte er ganz oben auf der politischen Tagesordnung stehen. Dem ist aber nicht so.

Ohnehin ist es sehr außergewöhnlich, dass Pflegende überhaupt streiken: Sie sind oft nicht besonders gut organisiert (kein Wunder, woher die Zeit nehmen), ihr Bereich hat im Vergleich zu Industriearbeitern kaum politische Vertretung, zudem haben viele Pflegekräfte Hemmungen, zu streiken; aus Angst, ihren Patienten zu schaden (oder ihren Job zu verlieren).

Eines der bestreikten Unternehmen ist Vivantes, das sogar versucht hat, den Streik gerichtlich zu verbieten mit dem sehr richtigen Hinweis, dass es hier um Daseinsvorsorge geht. Das Arbeitsgericht hielt die organisierte Notversorgung nach mündlicher Verhandlung für ausreichend und ließ den Streik zu. 

Noch verhärteter sind die Fronten zwischen den Vivantes-Tochterkonzernen und ihren Beschäftigten, wie Hebammen, Küchen- und Reinigungskräfte, Logopäden oder Physiotherapeuten, die vor allem für besseres Gehalt kämpfen. Doch Vivantes hat die Verhandlungen bis Montag unterbrochen.

Dass der Streik schon so lange dauert und es immer noch keine Einigung gibt, erstaunt nicht nur die Betroffenen. Nutzer auf Social Media-Plattformen zogen Vergleiche mit dem kürzlich zu Ende gegangenen Streik der GDL-Lokführer, der einerseits schneller beendet war und andererseits auch bundesweit mehr Aufmerksamkeit bekam.

Dabei ist nicht nur in Berlin die Situation brenzlig: „Patienten liegen in Fäkalien“, hieß es jüngst auch in einem Brandbrief zahlreicher UKE-Pflegekräfte.

Berliner Pflegekräfte befinden sich seit Wochen im Streik

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