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Liebe, Sex und Wir

Nils Pickert
Freier Journalist. Autor. Aktivist. Internetmeme. Feminismus und so. Turngerät von vier Kindern.
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piqer: Nils Pickert
Freitag, 09.09.2016

Zu viele Kinder für Mutter Erde

Dass der Klimawandel ein ernstzunehmendes Problem mit sehr direkten und unmittelbaren Auswirkungen auf die Erde und ihre Bewohner ist, hat sich bei vielen mittlerweile herumgesprochen - wenn auch längst nicht bei allen. Der Philosoph Travis Rieder hat auf die Herausforderungen dieser Problematik eine ungewöhnliche Antwort gefunden: Er plädiert für weniger Kinder und damit für eine deutliche Verringerung der Menschheitspopulation. Auch eine Art Babysteuer hält er für zielführend. Travis Prämisse ist dabei weniger kinderfeindlich (er ist selbst Vater) als nüchtern. All unsere Bemühungen, unseren persönlichen CO2-Ausstoß zu senken, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Menschen nun einmal ständig CO2 produzieren. In diesem Zusammenhang stellen seine Überlegungen einen interessanten Vorstoß dar.

Allerdings sind sie aus meiner Sicht auch von einem hohen Maß an Zynismus und Selbstgefälligkeit geprägt. Wir geben also auf, ja? Die Verkleinerung unserer ökologischen Fußabdrücke wird uns zu anstrengend, deshalb riegeln wir gleich ganz ab. Statt beispielsweise auf Fliegen, Massentierhaltung und Nahrungsmittelspekulation zu verzichten, regulieren wir lieber gleich die Population. Von dem Umstand, wie viele Menschen darauf angewiesen sind, Kinder als Alters- und Armutsvorsorge in die Welt zu setzen und wer von diesen Menschen profitiert, mal ganz zu schweigen. Rieders Idee ist von dem Wunsch gekennzeichnet, dass wir für die Misere, die wir tagtäglich anrichten, endlich Verantwortung übernehmen. Gut so! Zugleich drückt er sich damit vor der Verantwortung Schritt 1 - 99 konsequent umzusetzen, bevor wir Schritt 100 realisieren (müssen). Trotzdem ist Rieders Vorschlag eine spannende Bereicherung für eine sehr festgefahrene Debatte, über den diskutiert werden sollte.

Zu viele Kinder für Mutter Erde
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