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Liebe, Sex und Wir

Nils Pickert
Freier Journalist. Autor. Aktivist. Internetmeme. Feminismus und so. Turngerät von vier Kindern.
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piqer: Nils Pickert
Mittwoch, 21.03.2018

Wie frei ist "freie Liebe"?

Wie mögliche Alternativen zur romantischen (und ziemlich heterozentrierten) Zweierbeziehung aussehen könnten, beschäftigt nicht nur mich schon seit geraumer Zeit. Hier im Kanal finden sich einige sehr kluge und aufschlussreiche Texte, die sich mit diesem Thema befassen.

Das Schweizer Online-Magazin Coup hat sich in einem lesenswerten Longread zwei Paaren angenähert, die für sich versuchen, das Konzept "offene Beziehung" mit Leben und Sinn zu füllen. Sie lesen Bücher. Sie stellen Regeln auf oder verzichten ganz bewusst darauf. Sie leiden und berauschen sich an dieser Form der Freiheit, die sich ein ums andere Mal eher wie ein Gefängnis anfühlt. Das liest sich manchmal banal, manchmal berührend, aber immer interessant.

Interessant ist auch das Medium, in dem der Text erschienen ist: Das Schweizer Magazin Coup für hochwertige Online Reportagen ist 2016 mit einem erfolgreichen Crowdfunding und viel Herzblut an den Start gegangen. Die Anschlussfinanzierung gelang allerdings nicht mehr. Trotzdem sind die Texte weiterhin verfügbar und in vielen Fällen sehr lesenswert.

Wie frei ist "freie Liebe"?
8,2
9 Stimmen
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Kommentare 2
  1. Theresa Bäuerlein
    Theresa Bäuerlein · Erstellt vor etwa einem Jahr ·

    Schöner Text, auch weil das Ende kein Klischee ist - also weder "Erfolg" noch "Misserfolg", sondern einfach "es bleibt kompliziert", was man wohl für viele Beziehungen sagen kann, ob offen oder nicht.

    1. Nils Pickert
      Nils Pickert · Erstellt vor etwa einem Jahr ·

      Ich mag auch gerade, dass das wirklich eine Reportage ist und keine Pro/Contra Agenda vertritt. Stattdessen wartet der Text mit sehr genau beobachteten Details auf wie mit dem Umstand, dass Mikkael die Sexualität von Lola aggressiv abwertet, sobald sie die mit anderen lebt. Oder dass David auch von diesen "Fick-Stereotypen" geprägt ist, aber erkannt hat, dass das sein Problem ist und nicht das seiner Partnerinnen.

      Das scheinen mir Formen von Besitzanspruch zu sein, die den Übergang vom Monogamie zu offeneren Beziehungstypen überdauern.
      Darin steckt eine interessante Geschlechterfrage. Ich habe glaube ich noch nie gehört oder gelesen, dass eine Frau in einem solchen Fall mit der Vorstellung gehadert hätte, ihr Partner könnte mit seiner Affäre womöglich eine Sexpraktik umgesetzt haben, zu der er sich gewöhnlich selten oder nie bereit erklärt. Das scheint ausschließlich ein Problem von Männern zu sein.
      LG
      Nils