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Liebe, Sex und Wir

Antje Schrupp
Politikwissenschaftlerin, Journalistin
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piqer: Antje Schrupp
Donnerstag, 06.10.2016

Wenn der liebste Mensch stirbt, ist darin kein Sinn zu finden

Es wird viel darüber geredet, wie man wohl den oder die Beste fürs Lieben und Leben finden kann. Aber nur wenig darüber, was es bedeutet, den oder die Liebste wieder zu verlieren; nicht durch Streit oder Trennung, sondern durch den Tod. Also einfach so, brutal, ohne dass man etwas dazu beigetragen hat oder hätte ändern können. 

Sylvia Heinlein hat das erlebt. Ihr Mann, mit dem sie 17 Jahre lang verbunden war, starb mit 53 Jahren an Krebs. Auch ein Jahr danach hat ihre Trauer nicht nachgelassen. In diesem sehr berührenden Text schreibt sie auf, was sie erlebt, was sie fühlt, wie sie den Alltag bewältigt, welche Gedanken ihr kommen. Was Freunde und Nachbarinnen tun und sagen, und was davon ihr hilft und was nicht. 

Zu lieben, so wird deutlich, ist nicht nur wertvoll, sondern auch riskant. Es ist eine prekäre Lebensform. Die alte Heiratsformel "Bis dass der Tod euch scheidet" bedeutet nicht, wie es heute oft verstanden wird, "Ewig lang, egal ob man sich noch liebt". Sondern sie erinnert daran, dass es unter Umständen nicht wir selber sind, die über das Ende einer Liebesbeziehung entscheiden. 

Wie Heinlein scharf beobachtet: Alle anderen Trennungen sind nicht wirklich endgültig. Nicht auf diese Weise endgültig, wie der Tod es ist. Und die Trauer, sie verändert sich natürlich. Aber möglicherweise geht sie nie wieder weg.

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