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Liebe, Sex und Wir

Jennifer Sutholt
Blogger

Seit zwei Jahren habe ich mit einem Co-Vater eine kleine Tochter und blogge über unsere etwas andere Familie. Anderen Frauen und Männern Mut machen, neue Ansätze finden, das Aufbrechen verkrusteter Strukturen, das ist meine Intention.

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piqer: Jennifer Sutholt
Mittwoch, 04.07.2018

Du bist die Mutter, du bist verantwortlich.

Hier wird die, wie ich finde, sehr traurige Realität aus dem Leben einer Alleinerziehenden erzählt. Sicher gibt es auch besser laufende Aufteilungen, aber viele der Frauen, die hauptverantwortlich für die Kinder nach der Trennung sind, werden sich zumindest teilweise in den Aussagen wiederfinden. Denn dieses Stehlen aus der Verantwortung, das Überlassen aller nervenden Aufgaben und das Rauspicken der Rosinen, das scheint doch immer mehr in Mode zu sein. Dieses Parenting light, ohne Verantwortung, ohne die ganze Arbeit. Und nur möglich, weil das ein anderer macht. Meistens eine andere.

Ich bin verantwortlich für die Kinder. Immer. Auch wenn sie beim Vater sind. Er übernimmt keine Verantwortung. Endlich habe ich es schriftlich und muss mich jetzt nicht mehr wundern, dass er das Fieber bei dem einen Kind nicht bemerkt. Dass er große Traurigkeit bei dem anderen Kind übersieht. Dass er weitere Befindlichkeiten der Kinder mit „die haben ja immer irgendwas behandlungsbedürftiges“ abtut.

Sicherlich macht ein Wochenendkind ohne Sorgen und Dreck und Alltag Spaß, was aber so oft übersehen wird: Das Kind wird irgendwann merken, was da los ist und es ist immer der Verlust des Elternteils, wenn er sich nicht kümmert. Am Ende der Verlust des Kindes. Denn was man nach dem Waschen, Kümmern, Scherben aufsammeln zurückbekommt, ist unbezahlbar. Wie eine Leserin in den Kommentaren des Artikels schreibt:

…und nun ist das Kind fast erwachsen, der Vater entdeckt seine Sehnsucht und möchte Zeit mit ihr verbringen, Verpasstes nachholen, Vater sein – aber es sagt nein. Kategorisch und gnadenlos.

So oft passiert das genau so und so unnötig ist es jedes Mal. Verantwortung übernehmen und Teilhaben und Mitgestalten einer Kindheit ist doch mit das Schönste, was es geben kann, ein einmaliges Erlebnis, keine lästige Pflicht, sondern eine wundervolle Aufgabe, ein Konto, in das man einzahlt und so viele Zinsen zurückbekommt.

Du bist die Mutter, du bist verantwortlich.
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