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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Mittwoch, 28.06.2017

Wie die Windkraft schwimmen lernt

Offshore-Windräder in Nord- und Ostsee ruhen auf Tripods, Jackets oder einem Monopile als Fundament. Tripods sind Dreibeine, Jackets fachwerkartige Stahlkonstruktionen, die unter Wasser das Windrad halten. Auf einem Einzelsockel hält ein festes Fundamentrohr die Anlage.

Doch was sich in flachen Gewässern gut macht, ist weiter draußen im Meer untauglich. Ab Wassertiefen von 30 bis maximal 50 Metern ist Schluss für die herkömmlichen Fundamente. Zu stark sind die Kräfte, die auf sie wirken. Die Alternative: frei im Meer treibende Plattformen mit Windrädern drauf. Sie könnte man auch noch in Meerestiefen bis zu 200 Metern verankern. Obenauf das Windrad.

Wassertiefen bis zu 30 Metern sind weltweit eher die Seltenheit, 200 Meter gibt es dagegen häufig. Deshalb wird schon seit langem versucht, schwimmende Windparks konkurrenzfähig zu machen. Vor Schottland entsteht jetzt mit dem Projekt „Hywind Scotland“ der weltweit größte Offshore-Windpark mit schwimmenden Fundamenten. Siemens Gamesa hat hier fünf Riesen-Turbinen mit je 6 Megawatt Leistung installiert. Gut 25 Kilometer vor der schottischen Stadt Peterhead in Aberdeenshire ruhen sie auf Schwimmkörpern in einer Wassertiefe zwischen 90 und 120 Metern.

Bislang gibt es weltweit rund 15 Forschungsprojekte in unterschiedlichen Planungsstufen, in denen Ingenieure verschiedene Ansätze testen und vergleichen. Besonders weit sind auch die Japaner, die 20 Kilometer vor Fukushima 2012 das Forward Project starteten. Seit 2013 speist die kleinste der drei Versuchsanlagen mit zwei Megawatt Leistung Strom ins japanische Netz ein, nach dem Schwimmkörper mit einem Sieben-Megawatt-Koloss ging zuletzt im Mai 2016 das Fünf-Megawatt-Windrad in Betrieb.

Auch in Norwegen dreht sich ein Versuchswindrad mit fünf Megawatt Leistung; fünf Kilometer vor dem portugiesischen Aguçadoura schwimmt ein Zwei-Megawatt-Windrad im Atlantik. Die Zukunft: Schwimmende Offshore-Technologie hat ein viel größeres Marktpotenzial als die Offshore-Windräder mit Fundament.

Wie die Windkraft schwimmen lernt
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