Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Klima und Wandel

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin
Zum piqer-Profil
piqer: Daniela Becker
Dienstag, 05.12.2017

Ungerechte Strompreise: Wer wenig verbraucht, zahlt mehr

Der Ausbau und die Flexibilisierung der Stromnetze kostet Geld, von dem bislang unklar ist, wo es herkommen soll.

Viele Netzbetreiber lösen diese Frage laut einer Auswertung des "Tagesspiegel Background Energie & Klima" augenscheinlich so: Sie heben die Grundgebühren  ihrer Stromtarife an. 

Die Grundkosten für einen Stromanschluss sind laut dieses Tagesspiegel-Berichts von 2013 bis zu den bereits veröffentlichten Tarifen für 2018 um 67,6 Prozent gestiegen. Sie wurden im Schnitt von 36,10 Euro auf 60,50 angehoben.

Die Arbeitskosten sind dagegen im gleichen Zeitraum nur um 1,9 Prozent gestiegen, von 5,2 auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde. Gerade für das Jahr 2018 ist noch einmal ein deutlicher Schub zu beobachten. Die Grundgebühren springen Anfang kommenden Jahres von im Schnitt 47,40 Euro pro Anschluss auf 60,50 Euro. Überschlägig geht es bei der Erhöhung der Grundgebühr innerhalb von fünf Jahren bei deutlich über 40 Millionen Anschlüssen um einen Betrag in der Größenordnung von einer Milliarde Euro pro Jahr.

Netzbetreiber dürfen die Höhe der Grundgebühr selbst bestimmen, solange das Verhältnis zum Arbeitspreis vernünftig bleibt. Dies sei im Moment noch der Fall, heißt es von Seiten der zuständigen Aufsichtsbehörde, der Bundesnetzagentur.

Verbraucherschützer und Analysten schlagen dennoch Alarm, weil der drastische Anstieg der Grundgebühr nun ausgerechnet das schwächste Glied in der Kette über die Maße belastet: kleine und sparsame Haushalte. Andreas Jahn vom Think-Tank Regulatory Assistance Project sagt:

„Das ist eine erhebliche soziale Umverteilung durch die Hintertür. Ärmere Haushalte, die meist wenig Strom verbrauchen, müssen mehr Netzgebühren zahlen, während größere Stromverbraucher, meist reichere Haushalte, profitieren. Ich frage mich, ob der Politik diese Entwicklung derzeit überhaupt bewusst ist.“ 
Ungerechte Strompreise: Wer wenig verbraucht, zahlt mehr
9
8 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied für unter 4€ pro Monat!