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Klima und Wandel

Ralph Diermann
Energiejournalist
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piqer: Ralph Diermann
Mittwoch, 02.08.2017

„Noch nie war die Luft in deutschen Städten so gut wie heute“

Fabian Schmidt aus der Wirtschafts- und Wissenschaftsredaktion der Deutschen Welle meldet sich in der Debatte um den Dieselskandal mit einem interessanten Einwurf zu Wort: In den deutschen Großstädten war die Luft noch nie so sauber wie heute, schreibt Schmidt. Der Autor belegt das unter anderem mit einer Statistik des Umweltbundesamtes, nach der die Stickoxidbelastung durch den Verkehr heute nur noch gut ein Drittel so hoch ist wie 1990. Über die Diskussion um die Autobranche gerieten andere Schadstoff-Quellen aus dem Blick – und auch, dass die Luftqualität in vielen Großstädten der Schwellen- und Entwicklungsländer so mies sei wie bei uns zur Hochphase der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts.

Mir gefällt der Kommentar, weil er der „Alles wird immer schlechter“-Mentalität ein paar Fakten entgegensetzt. Inhaltlich kann man aber durchaus einige Einwände gegen seine Argumentation erheben. Etwa: Im Kern geht es in der Diesel-Debatte weniger um die Luftqualität in den Städten als darum, dass die Autohersteller jahrelang wissentlich Recht gebrochen haben. Oder: Das Problem des innerstädtischen Autoverkehrs sind nicht allein die Stickoxid-Emissionen. Sondern genauso andere Schadstoffe, der Lärm – und nicht zuletzt der Verlust an Lebens- und Aufenthaltsqualität, der entsteht, wenn Städte ihre Infrastruktur auf das Auto ausrichten. Eure Meinung?

„Noch nie war die Luft in deutschen Städten so gut wie heute“
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Kommentare 5
  1. Dirk Liesemer
    Dirk Liesemer · vor 4 Monaten

    Das Problem bleibt der Individualverkehr, der besonders in den großen Städten weiter zunimmt. So ist die Zahl der Neuzulassungen in München in den vergangenen Jahren recht eindrucksvoll gestiegen, siehe etwa hier: www.sueddeutsche.de/muenchen/...

    1. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor 4 Monaten

      ... würde mich deshalb extrem wundern, wenn der Ausstoß von Abgasen zuletzt abgenommen hätte.

    2. Ralph Diermann
      Ralph Diermann · vor 4 Monaten

      @Dirk Liesemer Laut Bayerischem Landesamt für Umwelt sind die Stickoxid-Emissionen in München seit 2007 um rund zehn Prozent zurück gegangen: www.lfu.bayern.de/luft/immi...
      Was aber nicht heißt, dass Politik und Industrie nicht in der Pflicht sind, alles zu tun, um die Belastung weiter zu reduzieren. Und das bedeutet meiner Meinung nach vor allem: den Anteil der Autos am Verkehr in den Städten drastisch zu reduzieren.

    3. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor 4 Monaten

      @Ralph Diermann Trotzdem liegen die Werte weit über den Grenzwerten. Auf dieser Karte wird das mal für einzelne Straßen dargestellt: www.sueddeutsche.de/muenchen/...

    4. Ralph Diermann
      Ralph Diermann · vor 4 Monaten

      @Dirk Liesemer Ja, danke, absolut. Umso unverständlicher, wie sich Kommune, Land und Bund bei Fahrverboten den Schwarzen Peter zuschieben.