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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Montag, 10.02.2020

Niemand hält sich an das Paris-Protokoll

Wir schreiben das Jahr 2020: Eigentlich sollte in diesem Jahr der Paris-Vertrag in Kraft treten. Eigentlich sollte mit diesem neuen Klimaschutzgesetz die Erderwärmung auf "unter zwei Grad" begrenzt werden. In Deutschland beispielsweise war es 2018 schon 1,5 Grad wärmer als in der vorindustriellen Zeit.

Die UNO-Staaten "durften" auf der Klimakonferenz COP 21 vor fünf Jahren für den Paris-Vertrag erklären, was sie bereit sind, für den Klimaschutz zu tun, für eine intakte Erde, für die Lebensgrundlage der Spezies Mensch. Das Paris-Protokoll stellt nämlich einen Paradigmenwechsel in der internationalen Klimapolitik dar: Bislang "mussten" alle Industriestaaten im Kyoto-Protokoll Klimaziele einhalten, nun "dürfen" sich erstmals alle Staaten an der Stabilisierung des Weltklimas beteiligen, auch die Entwicklungsländer, die sich selbst ein Klimaziel geben – die sogenannten NDCs – englisch: Nationally Determined Contributions.

Nötig war das geworden, weil Länder wie China, Indien, Saudi-Arabien, Mexiko oder Südafrika im alten UN-Regime aus den 90er Jahren noch als Entwicklungsland galten – und damit vom Klimaschutz befreit blieben. Nimmt man noch einige bislang ebenfalls befreite Schwergewichte wie Indonesien, Brasilien, Südkorea oder Thailand hinzu, sind diese Länder mittlerweile für die Hälfte der weltweiten Treibhausgasproduktionen verantwortlich. Ohne sie wird Klimaschutz also nicht funktionieren.

Bislang haben mehr als 150 Staaten ihre Klimaziele schriftlich festgelegt und bei der UNO eingereicht. Und die Vereinten Nationen haben auch nachgerechnet, was diese Pläne wert sind: Sollten alle Staaten ihre gemachten Zusagen erfüllen, würde sich die globale Atmosphäre um 2,6 bis 3,1 Grad bis Ende des Jahrhunderts aufheizen – mit katastrophalen Folgen, weil oberhalb von 2 Grad sogenannte Kipp-Elemente die Klimaerhitzung verselbständigen. Deshalb "lädt" das viel umjubelte Paris-Protokoll alle UNO-Staaten im Artikel 4 ein, ihre Klimaschutz-Bemühungen zu verstärken. Das ist Diplomatensprech für "Ihr müsst mehr tun!"

Frist war an diesem Wochenende: Spätestens neun Monate vor dem Klimagipfel in Glasgow hätten die neuen INDCs vorliegen müssen. Die COP 26 beginnt am 9. November, also endete die Frist gestern, am 9. Februar. Geliefert haben drei Staaten: die Marshall-Inseln, Surinam sowie Norwegen. Laut einer Auswertung, die der US-Thinktank World Resources Institute auf der Plattform "Climate Watch" vorstellte, sind die drei Staaten für lediglich 0,1 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Im Grunde sind die neuen Ziele unwichtig: Deutschland zum Beispiel erklärte 2015 fürs Paris-Protokoll, seine Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Leider aber ist das den Deutschen völlig Schnuppe: Weil seit Jahren keine vernünftige Klimapolitik betrieben wird, sanken die Emissionen seit 2009 kaum noch, in der Endabrechnung werden sie Anfang 2020 etwa 35 Prozent unter dem Niveau des Jahres 1990 liegen.

Wenn alle Staaten so mit ihren Zusagen gegenüber der UNO umgehen, dann wird sich die globale Atmosphäre deutlich stärker als um 2,6 bis 3,1 Grad bis Ende des Jahrhunderts aufheizen.

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