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Klima und Wandel

Alexandra Endres
Journalistin und Volkswirtin
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piqer: Alexandra Endres
Freitag, 10.05.2019

Klimaschutz braucht mehr als einen CO2-Preis

Die Debatte über einen CO2-Preis läuft auf Hochtouren (Details u. a. hier, hier und hier). Im Kommentarbereich unter meinem jüngsten piq zum Thema hat Jörg Haas dankenswerterweise darauf aufmerksam gemacht, dass mehr nötig ist als ein CO2-Preis, um die Klimaziele zu erreichen. Man braucht außerdem ordnungspolitische Instrumente, also beispielsweise Sektorziele und öffentliche Investitionen oder Investitionsförderprogramme in eine klimafreundliche Infrastruktur.

Warum das so ist, beschreiben drei Forscher des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie in diesem Text für ZEIT ONLINE (Disclaimer: Wo ich als Redakteurin arbeite).

Ein CO2-Preis wirkt insbesondere dort, wo Verbraucher besonders genau auf Preise achten und die Kosten für ihren Energieverbrauch reduzieren wollen. Das ist zum Beispiel in der energieintensiven Industrie und der Stromwirtschaft der Fall, denn hier machen die Energiekosten einen erheblichen Anteil der Kostenstruktur aus. Ein effizienter Umgang mit Energie ist deshalb eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit.

Im Gebäude- und Verkehrssektor ist dem aber nicht so. 

Mieter (tragen) zwar die wesentlichen Kosten des Energieverbrauchs, haben jedoch kaum Einfluss auf Investitionen in die Gebäudetechnik. Ihnen bleiben nur Einsparmaßnahmen durch das eigene Nutzungsverhalten. Umgekehrt haben Eigentümer nur geringe Anreize zu investieren, daran ändert auch ein CO2-Preis wenig.

Um klimafreundlichere Gebäude zu schaffen, sollte die Politik deshalb Investitionen in bessere Dämmung oder emissionsarme Heiz- und Warmwassertechnik fördern. Das Geld dafür könnte aus einem CO2-Preis kommen.

Im Verkehrsbereich hingegen ist die Preissensibilität gering. Das bedeutet: Auch wenn Benzin durch einen CO2-Preis teurer wird, müssen viele trotzdem mit dem Auto zur Arbeit fahren. Öffentliche Investitionen in einen besseren Nahverkehr oder bessere Radwege könnten das ändern. Ein CO2-Preis könnte das finanzieren.

Quintessenz: Man braucht den CO2-Preis, aber er reicht nicht.

Klimaschutz braucht mehr als einen CO2-Preis
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Kommentare 1
  1. Walter Schmidt-Bleker
    Walter Schmidt-Bleker · Erstellt vor 3 Monaten ·

    Die Art und Weise wie dem Volk die Monokausalität des menschengemachten CO2 eingetrichtert wird ( auch und gerade durch die CO2-Steuer) trägt fast schon totalitäre Züge.
    Nur ein Beispiel: Die Klimaeffizienz von Wasserdampf verursacht durch Flugzeuge in großen Höhen:
    https://www.dlr.de/nex...

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