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Wenn Ärzt:innen Angst haben, Schwangeren zu helfen – in den USA

Theresa Bäuerlein
Journalistin. Autorin. Seit (gefühlt) schon immer.
Zum piqer-Profil
Theresa BäuerleinDienstag, 09.05.2023

Was tun, wenn eine Frau mit Zwillingen schwanger ist, von denen einer nur Tage leben wird und das Leben des anderen mit jedem Tag der Schwangerschaft gefährdet? Was, wenn einer anderen Schwangeren eine Sepsis droht, weil sie einen Riss in der Gebärmutterwand hat? In Texas, USA, heißt die Antwort seit Juni letzten Jahres: abwarten. Ärzt:innen dürfen nicht eingreifen, bis es der Mutter so schlecht geht, dass sie sterben könnte.  

Denn vor bald einem Jahr hat der konservativ dominierte Supreme Court mit fünf zu vier Stimmen das landesweite Recht auf Abtreibung gekippt. In Texas wurde anschließend ein absolutes Abtreibungsverbot aus dem 18. Jahrhundert verabschiedet. Dieses lässt Abtreibungen nur „zur Rettung des Lebens der Mutter“ zu. Ein weiteres Gesetz bestimmt, dass ein Arzt, der einen Schwangerschaftsabbruch vornimmt, nun wegen eines Kapitalverbrechens angeklagt und lebenslang in Haft geschickt werden kann. 

Die Ärzt:innen haben infolgedessen sogar Angst, mit ihren Patient:innen über die Option eines Schwangerschaftsabbruchs in einem anderen Staat zu reden. Stattdessen erwähnen sie zum Beispiel, dass das Wetter in Colorado fabelhaft sei und man da ja eine zweite Meinung einholen könnte. 

„Ich möchte glauben, dass jeder versteht, was wir meinen, wenn wir das sagen, aber ich weiß es nicht wirklich“, sagte ein Facharzt für Geburtshilfe und Fötalmedizin in San Antonio. „Wir waren nicht in der Lage, konkret zu sagen: 'Wenn Sie das wollen, können Sie in diese Klinik in einem anderen Staat gehen.'"

Ein anderer Arzt sagt: 

„Anstatt mich so zu kümmern, wie ich weiß, dass es evidenzbasiert, wissenschaftlich fundiert und im Einklang mit den Wünschen und Präferenzen meiner Patientin ist, betrete ich jetzt den Raum und mache mir Sorgen um mich selbst.“

In Zukunft wird es noch schlimmer werden, weil ärztlicher gynäkologischer Nachwuchs unter diesen Umständen nicht nach Texas nachrücken wird, wenn die vorhandenen Ärzt:innen in Rente gehen.  

Natürlich fragen sich die Studenten, die nach Texas kommen wollen: Wie hat das Krankenhaus auf das Verbot reagiert? Wie sieht die gynäkologische Ausbildung heutzutage aus? Und was können Sie den Patientinnen anbieten? „Wenn sich in Texas niemand mehr ausbilden lassen will, weil die Ärzte älter werden und in den Ruhestand gehen, wird es im Staat keine Gynäkologen mehr geben“, sagte mir der Arzt. „Und dann wird die Müttersterblichkeit wirklich ansteigen.“ 


Wenn Ärzt:innen Angst haben, Schwangeren zu helfen – in den USA

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Kommentare 1
  1. Nelis Brunink
    Nelis Brunink · vor 4 Monaten

    Danke für diese Notiz. Um ganz ehrlich zu sein, meine Frau und ich hätten uns niemals getraut, in den USA ein Kind zu bekommen. Dort kostet eine Geburt $12000, und nur ein Teil wird von der Versicherung abgedeckt. Dazu muss ich Sildenafil 100mg Kaufen zumindest alle paar Monate, weil ich an erektiler Dysfunktion leide. Also ist es in Deutschland sicherer, entschuldige bitte.

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