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Benedikt Sarreiter
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piqer: Benedikt Sarreiter
Dienstag, 27.11.2018

Suizidäre gehen zum Sterben oft in Hotels

Die Psychoanalytikerin Mikita Brottman schreibt in diesem Text über ein trauriges Thema: Selbsttötung. Und über einen recht unbekannten Seitenaspekt davon. Suizidäre wählen als letzten Ort ihres Lebens oft Hotelzimmer. Die Erklärung dafür ist recht einfach:

There are various reasons for this, some emotional and others practical, but, to put it bluntly, at home people get suspicious. They want to know why you’re not sleeping, why you’re drinking so much, why you suddenly need a gun. Away from home, there’s far less chance of being interrupted. And even if they’re the reason for your suicide, do you really want your family cleaning up the mess?

Die Folgen sind allerdings kompliziert und schwer zu ertragen. Nicht nur für die Angehörigen. Denn für den Toten mag der Tod eine Erleichterung sein, für die Angestellten und Besitzer der Hotels aber beginnen nun die Sorgen.

Unfortunately for hotel owners, suicidal guests—since they know they will not be paying their bill—tend to choose large and luxurious rooms for their last night on earth. Most hotels err on the side of caution when such incidents occur, replacing the entire bed rather than just the linen and blankets, the whole carpet rather than just a stained rug; they may even replace drywall. Potentially hazardous material needs to be properly disposed of and the smell dissipated. Some hotels will bring in a priest to bless the room, not just for the sake of future guests but also for the benefit of housekeeping staff.

Denn das Hotelpersonal leidet oft noch lange an den Selbsttötungen der anderen. Besonders in kleinen Hotels müssen sie den Tatort reinigen, sie sind auch die ersten, die die Toten finden. Brottman hat einen lehrreichen Text geschrieben, der einen Blick in eine Schattenwelt wirft. Denn Hotelmanager sprechen nicht über die häufigen Suizide hinter den Wänden ihrer Häuser. Sie sind schlecht fürs Geschäft.

Suizidäre gehen zum Sterben oft in Hotels
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Kommentare 2
  1. Margarete Stokowski
    Margarete Stokowski · vor 12 Tagen

    Finde „am liebsten“ in der Überschrift ziemlich bedenkliche Wortwahl in dem Kontext, „Selbstmörder“ auch, in doppeltem Sinne (solange sie noch ins Hotel gehen, sind sie keine, rein logisch, und: der Begriff ist eh problematisch, siehe hier - „Ein Suizid ist keine kriminelle Handlung, der Suizident ‚ermordet’ sich nicht aus niedrigen Beweggründen, so wie der Begriff nahelegt.“ - www.suizidpraevention-deutschland.de/medienpor...)

  2. Benedikt Sarreiter
    Benedikt Sarreiter · vor 12 Tagen

    Du hast natürlich Recht. Ich hoffe, es ist so angemessener.