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Kopf und Körper

Petra Thorbrietz
Wissenschaftsjournalistin
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piqer: Petra Thorbrietz
Dienstag, 07.02.2017

Die Ökonomie der Aufmerksamkeit

In der modernen Art des Marketings geht es nicht um Güter, sondern um unsere Gehirne: Die digitale Welt besteht aus einer unendlichen Zahl von Eindrücken und Informationen, die um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Doch weil unsere Gehirne nur begrenzt aufnehmen können, wird Aufmerksamkeit zu einem immer knapperen Gut.

Im Februar-Heft von brand eins erklärt der Wiener Philosoph und Architekt Georg Franck im Gespräch mit Peter Laudenbach, wie sich dabei die Inhalte der Kommunikation von ihrem Marktwert immer weiter entkoppeln: Prominente aller Art, die sich über Weltfrieden oder Klimawandel auslassen, ernten im Zweifel mehr Aufmerksamkeit als Fachwissenschaftler, die dazu etwas Substanzielles zu sagen hätten.

Als soziale Wesen, erklärt Franck, brauchen wir Zuwendung. Unser Gehirn ist von diesem evolutionären Bedürfnis geprägt. Doch weil sich Aufmerksamkeit immer mehr in Kapital umsetzt, zählen Gefühle immer weniger, es geht nur noch um die Menge der Klicks. Ebenso wie sich die Finanzindustrie in weiten Teilen von der Realwirtschaft abgekoppelt hat, so Franck, zählt in der Ökonomie der Aufmerksamkeit nur der Traffic.

Das ändert die Welt: Es zählt nur das Ausnutzen der Fluktuation zwischen Webseiten, nicht mehr der Inhalt. Terroranschläge werden zu Marketingmaßnahmen, und Ressentiments erzeugen Medienhypes. Denn Aufmerksamkeit will unterhalten werden.

Ein spannendes Hintergrundgespräch zur Debatte um Fake-News, Trump und die digitale Welt.

Die Ökonomie der Aufmerksamkeit
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