Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Fundstücke

Christian Huberts
mächtiger™ Kulturwissenschaftler und Kulturjournalist
Zum piqer-Profil
piqer: Christian Huberts
Mittwoch, 08.03.2017

„You can’t take me seriously as a gamer?" – Die Hindernisse von Twitch-Streamerinnen

Wohl eines der deutlichsten Beispiele der Ungleichbehandlung von Frauen im professionellen Gaming ist der Fall der koreanischen Overwatch-Spielerin Geguri. Weil sie einfach richtig gut spielt, wurde ihr vorgeworfen, zu mogeln. Entweder heißt es also, Frauen seien „von Natur aus" schlechter im Umgang mit Computerspielen oder aber, wenn sie dieses Vorurteil eindrucksvoll widerlegen, dass sie wahrscheinlich schummeln. Eine hermetische Rhetorik, die es insbesondere Neueinsteigerinnen schwer macht. Ganz egal, wie fähig sie sind, sie müssen sich stets aufs Neue rechtfertigen, statt einfach unbehelligt mitspielen zu können. Auch im Gaming-Journalismus ereignet sich Ähnliches regelmäßig.

Für den Guardian widmet sich Stephanie Convery einem weiteren Feld des professionellen Gamings, das von Ungleichbehandlung und sexistischen Grenzverletzungen geprägt ist: Twitch-Streaming. Als Mann ist es in der Regel kein Problem, sich beim Spielen eines Spiels zu zeigen und ungestört über das eigentliche Spiel zu sprechen. Für Frauen steht jedoch all zu oft ihr Frau-Sein im Mittelpunkt. Viele Streamerinnen finanzieren sich durch die Spenden ihrer Zuschauer und die sind häufig an völlig unangebrachte und übergriffige Forderungen geknüpft. Auch weil sich sexistische Erwartungshaltungen missbrauchen lassen, hat Twitch im Jahr 2014 freie Oberkörper und freizügige Kleidung in ihren Geschäftsbedingungen untersagt. Eine nachvollziehbare Politik, die die Schuld für den Sexismus jedoch vor allem bei den Frauen selbst sucht. Viele Streamerinnen entscheiden sich daher von vornherein für die Anonymität. Andere versuchen der Unsichtbarkeit zu entkommen und organisieren sich in „stream teams", um sich gegenseitig zu unterstützen. Und die Frage, die sie an die männliche Community stellen, ist eigentlich ganz einfach:

I have a legit career as a gamer and you can’t take me seriously as a gamer?
„You can’t take me seriously as a gamer?" – Die Hindernisse von Twitch-Streamerinnen
7,5
2 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied für unter 4€ pro Monat!