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Dirk Liesemer
Autor und Reporter
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piqer: Dirk Liesemer
Freitag, 05.05.2017

„München ist eine Theaterkulisse auf den Schultern von sechs DAX-Konzernen"

Gäbe es hier den München-Kanal noch, diese Tirade wäre ganz sicher gepiqd worden: Max Scharnigg lässt sich mal so richtig aus über seine Heimatstadt, von der er sich zunehmend entfremdet. Oder ist es umgekehrt? Sehr lustig, sehr lesenswert und auch ein bisschen ungerecht. Aber das gehört zu einem zünftigen Wutausbruch halt manchmal dazu. Und so gänzlich unrecht hat er ja leider auch nicht.

„München ist eine Theaterkulisse auf den Schultern von sechs DAX-Konzernen"
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Kommentare 7
  1. Dirk Liesemer
    Dirk Liesemer · vor 8 Monaten

    Mittlerweile gibt es auch schon eine Replik: sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anz...

    1. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 8 Monaten

      Ich bin immer noch erstaunt, was für große Wellen ein einfacher Rant über München schlagen kann. Der Text kommt vermutlich nicht zuletzt deshalb so gut an, weil sich da fast jeder Großstädter wiederfindet. München ist sicher eine besonders seelenlose Stadt (ich bin im Umland geboren und hab mehrere Jahre in München gewohnt), aber dummes Geld und katastrophale Stadtplanung verschandeln den öffentlichen Raum nahezu bundesweit. Selbst bei der im Text kritisierten Katalog-Architektur gibt es ein Süd-Nord-Gefälle. Was hier in Berlin an obszön-hässlichen Kästen hingestellt wird, grenzt an visuelle Vergewaltigung. Dagegen sind die Münchner Neubauten echte Perlen.
      Während mich der Rant nur verwundert, nervt mich die Replik nun aber gewaltig. Es ist doch offensichtlicher Quatsch, dass jeder Ort eigentlich gleich gut oder schön ist. Natürlich gibt es Städte, die den öffentlichen Raum besser nutzen als andere. Die deutsche Städteplanung ist ein mittlerer Skandal. Münchener, Berliner, Hannoveraner und alle anderen Stadtplanungsopfer sollten gemeinsam die Politik zur Verantwortung ziehen, anstatt sich in Relativierung und reflexhaften Lokalpatriotismus zu üben.

    2. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor 8 Monaten

      @Frederik Fischer Nicht nur die Stadtplanung ist vielerorts zahnlos. Schlimmer ist noch die Vernachlässigung regionaler Wirtschaftsförderung. Wirklich traurig, wie zahllose Dörfer und Landstriche veröden.

    3. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 8 Monaten

      @Dirk Liesemer Das ist zweifellos der noch viel größere Skandal, aber auch ein anderes Thema. Viele Dörfer haben überhaupt nicht die Mittel, nennenswert gestaltend einzugreifen. Die meisten Großstädte hätten durchaus Mittel und Möglichkeiten. Sie nutzen sie einfach nicht, bzw. nicht ausreichend.

    4. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor 8 Monaten

      @Frederik Fischer Für Regionalförderung sind Land, Bund und EU zuständig. Und die Landflucht führt zu einem Druck auf die Städte und damit unter anderem zu höheren Mieten. So gesehen hängt das schon zusammen.

    5. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 8 Monaten

      @Dirk Liesemer Stadtplanung lässt sich nicht an der Höhe der Mieten bemessen. Auch Städte die rasch wachsen und deren Mieten steigen, können an Qualität gewinnen. In Kopenhagen und Amsterdam beispielsweise, habe ich überhaupt kein Problem mit hohen Mieten. Da wird mir als Bewohner enorm viel geboten und Sozialwohnungen bieten für diejenigen Räume, die sich die regulären Mieten nicht leisten können. Wir sind einer Meinung, denke ich. Mir geht es nur darum zwischen den Versäumnissen der Stadtplanung und dem viel größeren Thema, dem Auseinanderdriften von Stadt und Land, zu trennen.

  2. Ralph Diermann
    Ralph Diermann · vor 8 Monaten

    Bin immer wieder erstaunt, wie häufig Leute im gleichen Tenor wie Max Scharnigg über die Bräsigkeit Münchens schimpfen, um im nächsten Atemzug die Stadt mit Inbrunst als die schönste der Welt ("Die Isar! Und die Biergärten! Sonnenuntergang auf der Vorhoelzer-Dachterrasse!") zu feiern. Das kommt meistens von Leuten, die in München geboren sind. Scheint ein angeborener Lokalpatriotismus zu sein, der auf Kosten des Differenzierungsvermögens geht.