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Tino Hanekamp
Autor

Tino Hanekamp war Journalist und Musikjournalist, hat in Hamburg mit Freunden zwei Musikclubs gegründet (‚Weltbühne‘, 'Uebel & Gefährlich’) und einen Roman geschrieben (‚So was von da‘). Derzeit lebt er im Süden Mexikos, wo er schreibt, die Tiere füttert und seine wundersame Frau liebt.

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piqer: Tino Hanekamp
Dienstag, 26.07.2016

„Ich weiß, dass ich verlieren werde“ — Frau Pennys famoser Gonzo-Text aus der Hölle der Hetzer

Die Feministin, Bloggerin und Schriftstellerin Laurie Penny hat ein grandioses Stück über die Trolle um Donald Trump geschrieben. Über seine Fans, Hetzer und Gefolgsleute, und wenn Sie glauben, Sie hätten schon genug über den Irren gelesen, der mit immer größerer Wahrscheinlichkeit der nächste Präsident der USA wird, wenn Sie befürchten, einer Trump-Obsession verfallen zu sein (die Faszination des Grauens) und sich bereits dafür schämen, wenn Sie nicht noch mehr Gift in Ihr nach Schönheit, Frieden und Anmut darbendes Bewusstsein suppen lassen wollen und hoffen, dass der Spuk bald vorbei sei und D. J. Trump (bzw. Drumpf) als toxischer Knallkasper in die Geschichte der Demokratie eingehen möge — egal, alles egal, bitte lesen Sie diesen Text! Zum einen, weil er fantastisch geschrieben ist. Wütend, klug, direkt und subjektiv, wie Hunter S. Thompson in seinen besten Zeiten. Zum anderen, weil er anschaulich und sehr unterhaltsam (die Faszination des Grauens, Gonzo, Laurie Penny) aufzeigt, mit wem man es hier zu tun hat, wer diese Menschen sind, die eine Trump-Welt wollen, die dem Irren und seinen Schergen zujubeln, hassen und hetzen. Der Plot: Laurie Penny zieht ihr Ausgehkleid an und fährt mit Milo Yiannopoulos („Feminismus ist Krebs"), einem der bekanntesten Provokateure der neuen US-Rechten, „zur schwulsten neofaschistischen Kundgebung beim Parteitag der Republikaner“. Das allein ist mutig. Das Ergebnis ein Knaller und wer nach Hoffnungsschimmern sucht: Laurie Penny ist ein Meteoritenregen am finsteren Firmament des drohenden neuen dunklen Zeitalters, das Gegenteil der Generation Pokémon Go.

PS: Der Text im Original: unten. Eine deutsche Version: hier.

PPS: Beim Einpflegen dieses Piqds INS SYSTEM musste ich soeben feststellen, dass der Kollege Hakan Tanriverdi denselben Text schon vor vier Tagen empfohlen hat, allerdings im Kanal Feminismen. Man möge mir die Dopplung verzeihen. Eine zweite Chance. Doppelt hält besser. Go, Laurie Penny, go!

„Ich weiß, dass ich verlieren werde“ — Frau Pennys famoser Gonzo-Text aus der Hölle der Hetzer
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Kommentare 12
  1. Leopold Ploner
    Leopold Ploner · vor mehr als einem Jahr

    Der Text mag ja für manche ein brüllend komischer Schenkelklopfer sein, ich mag ihn nicht. Laurie Penny zeichnet ihre (und meine) politischen Gegner als Irre, Psychopathen, Monster denen sie letztlich das Menschsein abspricht. Das ist genau die selbe Einstellung, die mir an Trump und seinen Gefolgsleuten so unsympathisch ist.

    1. Tino Hanekamp
      Tino Hanekamp · vor mehr als einem Jahr

      Kann ich gut nachvollziehen, aber zum Glück gibt's ja schon genügend sachliche Texte zum Thema, und Laurie Penny ist nicht einfach nur zornig, sondern beschreibt eben auch sehr genau und klug, was sie da sieht, bringt sich (mehr Bloggerin und Autorin denn Journalistin) dabei selbst ins Spiel und in die Schusslinie, und ja, das ist zuweilen sehr unsachlich (weil zornig und beleidigend), mögen muss man das nicht, aber bei all dem spricht sie ihren Gegnern doch nicht das Menschsein ab. Sie beschreibt sie als das, was sie oft sind: bösartig, gewissenlos, verhaltensgestört. Das wird man doch wohl mal sagen dürfen! Und außerdem: Psychopathen sind doch auch Menschen. Pennys Text ist bei all dem vor allem aber eine Polemik, klar, wie übrigens auch das Newsletter-Postscriptum des fantastischen Louis CK, an das an dieser Stelle noch mal erinnert sei: docs.google.com/document/.... Herzliche Grüße, Tino Hanekamp

    2. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

      @Tino Hanekamp Louis CK in Höchstform. Kannte ich noch nicht. Großartiges Fundstück mit dem ganzen Elende (amerikanischer) Postdemokratie in einem Satz: "We shouldn't have to vote for someone because they're not a shocking cunt billionaire liar."

    3. Tino Hanekamp
      Tino Hanekamp · vor mehr als einem Jahr

      @Frederik Fischer Ist das Ding vielleicht einen eigenen Piq wert?

    4. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

      @Tino Hanekamp Ja, auch alleine schon für solche Formulierungen:
      "Remember that Trump entered this race by saying that McCain is not a war hero. A guy who was shot down, body broken and kept in a POW camp for years. Trump said “I prefer the guys who don’t get caught.” Why did he say that? Not because he meant it or because it was important to say. He said it because he’s a bully and every bully knows that when you enter a new school yard, you go to the toughest most respected guy on the yard and you punch him in the nose. If you are still standing after, you’re the new boss."

    5. Tino Hanekamp
      Tino Hanekamp · vor mehr als einem Jahr

      @Frederik Fischer Oder willst Du den Piq schnell schreiben? Ich bin extremer Louis CK-Fan, ich drehe da gleich wieder durch ...

    6. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

      @Tino Hanekamp Kann ich machen. Wird dann aber morgen, oder übermorgen.

    7. Tino Hanekamp
      Tino Hanekamp · vor mehr als einem Jahr

      @Frederik Fischer Ah, ich mach's später oder morgen, haue das Ding mit CK-Tretminen voll, dass es nur so klackert. #öffentlicheRedaktionssitzung

    8. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

      @Tino Hanekamp Ich freu mich drauf!:)
      #SorryLeopold

    9. Leopold Ploner
      Leopold Ploner · vor mehr als einem Jahr

      @Tino Hanekamp "Das wird man wohl noch sagen dürfen!" verstehe ich als ironische Anspielung, sonst höre ich den Satz meistens in einem ganz anderen Kontext.
      Mein Eindruck ist, das es schon genug polemische Texte zu Trump gibt. Ich hätte nicht noch einen gebraucht.

    10. Tino Hanekamp
      Tino Hanekamp · vor mehr als einem Jahr

      @Leopold Ploner Ja, verstehe ich, ich wollte Ihnen auch keine Lebenszeit stehlen. Vielleicht und hoffentlich haben Sie sich wenigstens ein wenig an der Sprache erfreuen können, am erfrischenden Stil der Frau Penny. Das mit den Schenkelklopfern habe ich jedenfalls als Polemik verstanden.

    11. Leopold Ploner
      Leopold Ploner · vor mehr als einem Jahr

      @Tino Hanekamp Keine Sorge Tino, da habe ich Lebenszeit schon mit ganz anderem Unsinn verplempert. Und so sauertöpfisch bin ich dann auch wieder nicht, dass ich nicht an ein paar Stellen schmunzeln hätte müssen.