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Fundstücke

Nils Pickert
Freier Journalist. Autor. Aktivist. Internetmeme. Feminismus und so. Turngerät von vier Kindern.
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piqer: Nils Pickert
Donnerstag, 04.08.2016

Ich bin mit meinem Penis aus Versehen in sie hineingefallen

Oh hoppla! Kann ja schon mal passieren. Da willst du als 46 jähriger, verheirateter Millionär mit einer jungen Frau - nachdem sie schon stundenlang auf deiner Couch geschlafen hat - ein T-Shirt bringen, damit sie besser schlafen kann, und dann zieht sie dich irgendwie so. Und weil dein Penis halt aus der Unterhose hing und du vorher Sex mit ihrer Freundin hattest, deswegen die Spermaspuren.

Mit solchen Geschichten wird Mann vor Gerichten freigesprochen. 30 Verhandlungsminuten hat es gedauert, bis befunden wurde, dass es wohl so passiert sein müsse. Dass sich die Klägerin ihre Geschichte so ausgedacht hat, weil sie enttäuscht darüber war, dass der Beklagte kein sexuelles Interesse an ihr gezeigt hat. Auf so eine dumm-dreiste Kaschierung von sexualisierter Gewalt muss Mann erst mal kommen. Erst diesen Sommer gilt in Deutschland der Grundsatz Nein heißt Nein. Vorher sollte zwar allen klar gewesen sein, dass man ein  offenes Haus nicht einfach betreten darf und ein unabgeschlossenen Wagen, der einem nicht gehört, nicht einfach spazieren fährt, aber die sexuelle Selbstbestimmung musste wehrhaft verteidigt werden. Weil da so viel Missverständliches passieren kann. Nachher stolpert Mann und wollte doch nur so nett sein, jemandem ein T-Shirt zu geben.

Und wer meint, dass dies ja Großbritannien und nicht Deutschland sei: Auch hierzulande stellt man die Reputation und den Lebenswandel des möglichen Opfers infrage, bevor es um die Tat geht. Auch hierzulande können sich Freunde eines verurteilten Täters beim besten Willen nicht vorstellen, dass der so etwas macht. Überhaupt "gleichen Damen, die zurückgewiesen werden, heimtückischen Tellerminen". Da sind auch eine Verurteilung, mehr als 30 Zeugen und der Fund von K.O. Tropfen egal. Wahrscheinlich ist er einfach in sie reingefallen. Kennt man ja.

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