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Richard Oehmann
Jahrelange Berufsausübung ohne jegliche Form von Berufsausbildung
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piqer: Richard Oehmann
Montag, 17.04.2017

Guerilla-Kunst, spendiert von der Investment Firma

Fast jeder New York-Reisende spaziert einmal durch den financial district, ob er nun Aktien besitzt oder nicht. Man möchte ja wissen, wie der Ort so aussieht, der unser aller Leben derart gruselig mitbestimmt. Und dort freut er sich dann über den riesigen charging bull von Arturo Di Modica, und wenn er sich nicht freut, ist er dennoch beeindruckt.

Weil der Bulle nun eine Nachbarin bekommen hat, die nicht irgendwo, sondern ihm genau gegenüber aufgestellt wurde, wird nun fleißig über die Rechtschaffenheit dieser neuen Positionierung diskutiert. Die neue Figur „Fearless Girl" von Kristen Visbal wird als wichtiges, politisches Kunstwerk flammend verteidigt, auch gegen den Protest von Di Modica, der wiederum seine politische Aussage zerstört sieht.

Der Text „The Guy has a point" erklärt angenehm differenziert, was an der Aufstellung von „Fearless Girl" die eigentliche Gemeinheit ist. Zugleich führt Fallis vor, wie behutsam man die aufgekratzten, hysterischen Netzdiskussionen immer mal wieder sortieren muss.

Guerilla-Kunst, spendiert von der Investment Firma
8,6
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Kommentare 8
  1. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · vor etwa einem Jahr

    war ja dort vor 3 Tagen. Gemeinsam mit meiner weiblichen Brut. Wenn Di Modica das Tier nun beleidigt in seinen Vorgarten stellt, dann würde ich das verstehen. Wenn nicht, muss er "fearless girl" aushalten finde ich...es ist nämlich auch ganz schön super. Werbeagentur hin oder her.

    1. Richard Oehmann
      Richard Oehmann · vor etwa einem Jahr

      Ja, genau das schreibt er ja auch. Aber wirkt das Mädel ohne den Stier? Oder könnte es auch woanders stehen?

    2. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor etwa einem Jahr

      @Richard Oehmann ne das Mädchen funktioniert nur mit Stier. Aber das hätte dann eben Pech gehabt.
      Es ist ja jetzt nicht so, dass 100.000ende von Besuchern vor dem Stier gestanden wären mit dem Gedanken "oh was für ein mächtiges Kapitalismus-Symbol!" Sie fanden ihn einfach gut und haben sich neben seinen Hoden (die ganz abgegriffen und glänzend sind wie die Löwennase an der Residenz) fotografieren lassen. Also er ein Männlichkeitssymbol. Und jetzt steht da halt noch ein kleines, freches Mädchen, das keine Angst hat vor dem Stier. Mehr kommt bei den meisten nicht an glaube ich. Passt auch.

    3. Georg Wallwitz
      Georg Wallwitz · vor etwa einem Jahr

      @Marcus von Jordan Ist das Mädchen jetzt als Kapitalismuskritik oder als Kritik am Männlichkeitskult des Stiers gemeint? Im Blog steht nichts über Kapitalismuskritik, das taucht nur in diesen Zeilen auf. Daher auch meine Nachfrage nach dem Gruselfaktor (zu dem ich bei Stieglitz übrigens kein passendes Zitat gefunden habe. Vielleicht kann man das noch nachliefern).

  2. Georg Wallwitz
    Georg Wallwitz · vor etwa einem Jahr

    Was genau ist an der Wall Street "gruselig"?

    1. Richard Oehmann
      Richard Oehmann · vor etwa einem Jahr

      Die Wall Street selbst ist nicht sonderlich gruselig, dazu müssten sie in dem Viertel noch ein paar ganz andere Skulpturen aufstellen. Aber den Einfluss der Finanzmärkte auf so ziemlich jeden Menschen auf Erden kann man schon mal gruselig finden.

    2. Philip Hilgers
      Philip Hilgers · vor etwa einem Jahr

      Das Thema zieht sich durch das ganze Buch, aber besonders Kapitel 7, in meiner Ausgabe ab Seite 254. ein Zitat aus Kapitel 2: "Aber die ungeheuerlichste Form des Rent-Seeking -...- war die Fähigkeit des Finanzsektors, die Armen und Uninformierten auszunutzen, indem er gewaltige Profite dadurch machte, dass er diese Gruppe durch aggressive, ausbeuterische Kreditvergabe und missbräuchliche Kreditvergabepraktiken ökonomisch regelrecht ausschlachtete".

  3. Philip Hilgers
    Philip Hilgers · vor etwa einem Jahr

    Wenn es doch mehr so wunderbar differenzierte Texte gäbe: Es geht nicht um ja, nein (Türkei!). Es geht darum, einen Standpunkt zu wertschätzen, ohne ihn sich gleich zu eigen machen zu müssen. Und es geht darum, nicht nur aus dem Bauch heraus schön zu finden, sondern sich zumindest dabei der ethischen Kosten bewusst zu sein. Zum Thema "gruselig" empfehle ich "Der Preis der Ungleichheit" von J. Stiglitz.