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Fundstücke

Der Nahostkonflikt aus der akustischen Himmelsperspektive

Susanne Franzmeyer
Piqer für Radio Features
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Susanne FranzmeyerDienstag, 23.02.2021

Ein wunderbar ästhetisches und zeitlos aktuelles Feature ist die Produktion „Dem Himmel so nah-ost! Ein akustisches Himmelfahrtskommando“ von Helgard Haug und Thilo Guschas aus dem Jahr 2017, das 2019 für den Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie „Bestes Sachhörbuch“ nominiert war, und das nach seiner Wiederholung vom 20.02. aktuell noch online bei Deutschlandfunk Kultur nachzuhören ist.

Die Herangehensweise an das schwierige Thema Nahostkonflikt gelingt hier auf ungewöhnliche und beinahe poetische Weise: Der Himmel über allem Geschehen schafft hier die Verbindung. Der Himmel über Land und Leuten, in dem palästinensische Kinder besser keinen Drachen steigen lassen sollten - und in dem ein Israeli sich trotz aller Widrigkeiten den Wunsch erfüllt, mit einem Fesselballon aufzusteigen, als könnte er das Land besser verstehen, wenn er es aus der Vogelperspektive betrachtet. Manche seiner israelischen Kunden singen dort oben dann das Lied vom Frieden: „Hevenu shalom alechem…“

Der Himmel wölbt sich als Sehnsuchtsort über verfeindeten Lagern. Alle atmen dieselbe Luft. Und doch wird er in der Realität von unsichtbaren Grenzen durchzogen. Nur die Zugvögel durchqueren den Luftraum, ohne sich um die Konflikte und Grenzen zu scheren.

Auch ein palästinensischer Theaterautor und -regisseur mit israelischem Pass, der für ein palästinensisches Publikum schreibt, kommt zu Wort. Den Israelis habe er „nichts zu sagen“. Dabei präsentiert er die meisten Stücke sogar mit Untertiteln, doch „die Israelis kommen nie“. Vögel spielen in seinen Stücken eine große Rolle:

„Das Besondere an diesem Land ist, dass es einem Schlauch gleicht. Zwischen dem Meer auf der einen Seite und der Wüste auf der anderen. (…) Die Zugvögel aus Europa fliegen über diesen schmalen Streifen Land. (…) Und diese friedliche Passage symbolisiert das, was sein könnte, sein sollte. Einen Zustand, der lange vor der Militarisierung des Landes liegt. (…)”

Der Englische O-Ton steht viel frei, die Übersetzung wird aufs Nötigste reduziert. Die letzten starken Worte des Theaterregisseurs bleiben unübersetzt:

„The humans fucked it up. The birds are still trying.“

Wie lebt es sich in einem solchen Zustand? Man blendet den Konflikt aus, so gut und so lange es eben geht. Ein gebürtiger Israeli beschreibt eine Alltagssituation: “Du bist am Strand, hast eine tolle Zeit, hast alle Alltagssorgen ausgeblendet.” Drei Minuten später sehe man dann einen Kampfjet am Himmel. „Du weißt, wohin der Kampfjet fliegt“. Seine Großeltern waren 1939 noch rechtzeitig aus Wien geflohen. Er ist in Israel geboren und aufgewachsen.

"Der Himmel – ein Ort der Freiheit?", fragt die Erzählerin, und der Israeli gibt die Antwort:

„It’s a place of borders just as much as the land is. (...) The palestinians can’t put a kite up.“

Ein nachdenkliches, vielschichtiges und poetisches Feature, in dem unterschiedlichste Menschen beider Seiten zu Wort kommen, in dem Geschichtliches wie Alltägliches bis Ungewöhnliches vermittelt wird, und dem es gelingt, dem Thema über die Fokussierung auf das Element der Luft etwas von seiner Schwere zu nehmen.

>> Hier Podcast als MP3 direkt anhören

Der Nahostkonflikt aus der akustischen Himmelsperspektive

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