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Sonja Wild
Redakteurin, Spielebloggerin

Hat englische und deutsche Literaturwissenschaft sowie Politik in Erlangen studiert. Schreibt auf lostlevels.de über Indie-Spiele und arbeitet in der Redaktion des Bookazines WASD mit. Lebt, spielt und arbeitet in Berlin.

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piqer: Sonja Wild
Samstag, 17.12.2016

Der Fluch der nächsten Runde: Warum wir ein Civilization-Spiel so schwer unterbrechen können

Seit 25 Jahren ist Sid Meiers Civilization-Reihe der Rundenstrategie-Klassiker schlechthin. Ungefähr genauso lang kennen SpielerInnen das „Nur noch eine Runde“-Problem: Wen es einmal eingesogen hat, den lässt ein laufendes Civilization-Spiel nicht mehr so schnell gehen. Die Versuchung ist so groß, immer noch eine einzige Runde weiterzuspielen, und dann noch eine und wieder eine, dass uns manchmal erst die Augen zufallen müssen, bevor wir ein Spiel unterbrechen.

Aber warum ist das so? Immerhin kommt das rundenbasierte Spiel doch eher behäbig daher, ist nicht gerade immersiv und lässt sich auch noch jederzeit speichern und zu anderer Zeit weiterspielen — wie erklärt sich also der hohe Suchtfaktor? Das Onlinemagazin ZAM hat die Effekte, die hier zum Tragen kommen, beleuchtet. Besonders stark wirkt die Tatsache, dass Menschen ein natürliches Bedürfnis nach Vervollständigung und Abschluss haben: Egal, ob sie erfolgreich eine Mission in einem Computerspiel absolvieren, in der Arbeit ein Projekt abschließen oder das letzte Teil eines Puzzles legen – das positive Gefühl, etwas geschafft zu haben, ist ein recht universelles. Genau diese emotionale Belohnung verwehrt uns ein Spiel wie Civilization allerdings über eine extrem lange Zeit:

„The “battle” to finish is actually several hours long at the fastest possible turn speed, and days or weeks long at the slowest. Finishing a game of Civilization is impossible within a short timeframe. Thus, the only sense of completion you get is from finishing a turn. But that turn, when finished, inexorably leads into the next one.“

Es ist wie ein spielerischer Teufelskreis, der uns dazu verleitet, immer weiterzuspielen – bis wir irgendwann gewinnen oder verlieren. Das klingt fies, macht aber letztlich auch den Reiz des Genres aus: Es gibt für Strategiefans eben wenig Schöneres, als sich über Stunden in sein Civilization-Spiel zu vertiefen und Runde für Runde den Siegeszug der eigenen Zivilisation zu planen.

Der Fluch der nächsten Runde: Warum wir ein Civilization-Spiel so schwer unterbrechen können
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