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Flucht und Einwanderung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung
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piqer: J. Olaf Kleist
Donnerstag, 13.07.2017

„Wir schaffen..." — ja, was denn eigentlich? Was ist „Integration"?

Seit dem Sommer 2015 sieht sich die deutsche Gesellschaft mit einer großen Aufgabe konfrontiert: Wie kann die Integration der Flüchtlinge gelingen? Ist es eine Aufgabe der Neuen oder der Alteingesessenen? Ist es eine kulturelle Frage oder eine von Bildung, Arbeit und Wohnen? Können eigentlich auch Deutsche nicht-integriert sein?

Die Sozialwissenschaften beschäftigen sich seit den 1920er Jahren mit solchen Fragen. Damals schlug die Chicagoer Schule vor - eher in einer Gesellschafts- denn Migrationstheorie -, dass sich in mehreren Schritten (ethnische) Gruppen aufeinander zubewegen und einander anpassen — in einem sich beständig reproduzierenden Kreislauf (Race Relations Cycle). Solche Modelle sind immer weiter differenziert worden.

Dennoch gibt es keine klare Antwort darauf, was Integration eigentlich sein soll. Auch die Wissenschaft ist sich darin überhaupt nicht einig. In vielen Studien der letzten Jahre werden verschiedene Anhaltspunkte untersucht: Sprachkenntnisse, Bildungsstand, Arbeit, soziale Netzwerke. Doch ob dies Faktoren sind, die zur Integration beitragen, oder doch Indikatoren, die selber einen bestimmten Grad von Integration anzeigen, das wird erstaunlich wenig diskutiert. So wird auch in der Öffentlichkeit mit Konzepten wie „Leitkultur" um sich geworfen, ohne auch nur zu wissen, wie dies zu einer Integration beitragen könnte (oder einer Integration nicht eher im Wege steht).

Dieser Artikel fasst schön verständlich und knapp einige (wissenschaftliche) Vorstellungen von Integration zusammen. Allgemein kann man sicherlich sagen, dass „Integration" - will man den Begriff verwenden - eine Frage gesellschaftlicher und politischer Teilhabe ist bei gleichzeitige Vielfalt. Es ist also eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe - wie schon in den 1920er Jahren festgestellt wurde - die letztlich immer wieder neu ausgehandelt wird.  

„Wir schaffen..." — ja, was denn eigentlich? Was ist „Integration"?
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