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Flucht und Einwanderung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung
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piqer: J. Olaf Kleist
Montag, 26.02.2018

Refugee Blockchain – Kann die Bitcoin-Technologie Flüchtlingshilfe revolutionieren?

Blockchains – eine Technologie mit der soziale Beziehungen dezentral überprüfbar gemacht werden können (wenn ich das richtig verstanden habe) - sollen viele Bereichen des Lebens revolutionieren. Angefangen vom Geldverkehr (Bitcoin) hin zu humanitärer Hilfe. Humanitäre Hilfe geht in der Regel durch viele Hände, oft in schwierigen Umständen wie Camps und in Krisengebieten. So ist die Verteilung von Misswirtschaft, Korruption und Diebstahl geprägt. Hier könnte Blockchain-Technologie Abhilfe schaffen – so könnte die Verteilung von Geldern oder Sachmitteln bis hin zum Empfänger transparent und überprüfbar gemacht werden - und vor allem sehr kostsparend verwaltet werden. Das klingt wunderbar, im Prinzip. 

Die EU scheint offenbar auch auf Blockchain zu setzen, um zum Beispiel NGOs bei der Verwendung von Mitteln besser überwachen zu können. Aber auch zur Identifizierung von Flüchtlingen und Migranten, zur Verfolgung von Asylverfahren und Überprüfung von migrantischen Zahlungen in deren Herkunftsländer (Remittances). Das bedeutet, Blockchain soll ein Instrument zur Kontrolle sein - wohl das Gegenteil von dem wie Bitcoin gedacht war – indem nur Befugte auf die entsprechenden Angaben zugreifen können, aber damit immer alle Informationen über Migranten und Flüchtlinge verfügbar hätten. Wer meint, dass eine solche zentralisierte Erfassung von Flüchtlingen und Migranten eine gute Idee sei - das will ich nicht gänzlich verneinen - sollte nicht vergessen, dass Migrations- und Flüchtlingspolitik schon immer ein Experimentierfeld staatlicher Überwachung gewesen ist: Ausweise waren ursprünglich (im 19. Jahrhundert) Dokumente für Ausländer ehe sie für die eigenen Bürger eingeführt wurden. Blockchains können die Flüchtlingshilfe also transparenter machen, aber vielleicht auch zu Ketten werden.

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