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Feminismen

Emily Dische-Becker
piqer: Emily Dische-Becker
Freitag, 23.09.2016

Feminismus und das Narrativ der Superfrau

In einem Aufsatz in Jacobin, ringt Clare Coffey mit dem Medien Trend, der Feminismus mit berühmten Symbolen der weiblichen Stärke verbindet — und der, durch eine Mischung von Fiktion und Realität, das Urbild der Superfrau huldigt. Coffey argumentiert, dass diese „politics of female excellence", der die „glamorisierte Hartnäckigkeit" von hyper-leistenden Frauen wie Hillary Clinton und Beyoncé hervorhebt, eine beunruhigende Nähe zum Status Quo verrät und in Wahrheit die Getriebe, die der sozialen Maschine unterliegen, oft verbirgt.

The political utility of female excellence lies in its ability to draw the eye away from social structures and focus it instead on individuals [...] It wins arguments about justice by pegging them to deeply embedded assumptions about meritocracy. It demands no fundamental restructuring of the social order, but instead requests the equal application of the order’s logic. It shoots for a society free of artificial ceilings that stunt the smart, the brave, the driven, the powerful [...] For this reason, it has attracted feminists looking to popularize their agenda; for the very same reason, it will always be more effective in the hands of those who seek to thwart that agenda.

Coffeys Argument finde ich u.a. interessant, weil in letzter Zeit in den sozialen Medien Geschichten (oft von Männern) zirkuliert und belobt werden, auf denen man z.B. eine Mutter sieht, die beim Marathon-Rennen gleichzeitig Brustmilch pumpt. Dies erweckt in mir gemischte Gefühle. Auf der einen Seiten finde ich natürlich, dass Frauen mit wenig Anerkennung ziemlich Unmögliches leisten; dennoch sollte es nicht notwendig sein, dass Mütter zu Super-Heroinen werden müssen, um trotz Kindern ihren Karriere- oder Freizeitinteressen  nachzugehen. Wie Coffey schreibt:

Because so few women can succeed under current conditions, it is imperative to hold up and valorize the exemplary ones who can.

Feminismus und das Narrativ der Superfrau
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