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Europa

Ulrich Krökel
Osteuropa-Korrespondent
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piqer: Ulrich Krökel
Samstag, 12.05.2018

Viktor Orbán und die "christliche Demokratie" des 21. Jahrhunderts

Viktor Orbán hat in dieser Woche seinen Amtseid als ungarischer Ministerpräsident abgelegt und seine dritte Amtszeit in Folge begonnen. Das wäre bei einem eher kleinen europäischen Land mit rund zehn Millionen Einwohnern kaum eine Nachricht wert. Doch im Falle Orbáns schaute sogar die New York Times aufmerksam hin, als der alte/neue Regierungschef im Parlament seine erste Rede hielt. Und das hat seinen Grund:

He [Orbán] presented a vision for Europe that stood in stark contrast to the one embraced by Western leaders like President Emmanuel Macron of France and Chancellor Angela Merkel of Germany, with their acceptance of political and ethnic pluralism, dissent and fairly high levels of migration from Asia and Africa and the Middle East. “We need to say it out loud because you can’t reform a nation in secrecy: The era of liberal democracy is over [...] We will build a 21st-century Christian democracy.”

Es geht, wenn man der NYT folgen will, in Ungarn ums Ganze, um die Zukunft der freiheitlichen Demokratien in der Alten Welt:

For generations, Christian democratic parties, notably in Germany and Italy, have blended support for free-market economics and moderately conservative social policies with left-leaning stances on issues like labor rights and the welfare state. Mr. Orban is framing Christian democracy as something different, a bulwark in a clash of civilizations, with Muslim migrants threatening Christianity and Christian values. His critics say he is hijacking the term to continue a campaign built on fear.

Ist das nicht doch ein wenig übertrieben, angesichts der Tatsache, dass die Christdemokraten in Deutschland und darüber hinaus weit mächtiger sind als Orbáns Fidesz-Partei? Kaum. In Italien gehört die alte Christdemokratie der Vergangenheit an. In Frankreich hat sich die Parteienlandschaft komplett verändert. Und in Deutschland wandelt zumindest die CSU eher auf Orbáns Spuren als umgekehrt. Deshalb ist es so dringend, nach Ungarn zu schauen.

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