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Europa

Ulrich Krökel
Osteuropa-Korrespondent
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piqer: Ulrich Krökel
Mittwoch, 15.03.2017

Polen: Kaczyński am Satire-Pranger

Die Frage ist nicht nur, was Satire darf, sondern vor allem, was sie tatsächlich erreichen kann. In Polen zeigt derzeit die Internet-Reihe Das Ohr des Vorsitzenden, wann Satire am besten ist: Wenn sie sich effektvoll und offensiv mit den Mächtigen anlegt, ohne auf eher billige Provokationen im Böhmermann-Erdogan-Stil zu setzen. Wie so etwas im Internet-Zeitalter selbst in halb- oder möchtegernautokratisch regierten Staaten funktioniert, beschreibt Florian Hassel sehr eindrücklich anhand der fehlgeschlagenen Verhinderungstaktik der regierungsamtlich kontrollierten und bevormundeten Medien in Polen. Es geht heutzutage eben auch online mit enormer Reichweite. Mit begrenzten Mitteln entwerfen die Kabarettisten Robert Górski und Mikołaj Cieślak in ihrer Reihe ein schlagendes Gesamtbild der politischen Lage in Polen. Ein einzelner Mann (Jarosław Kaczyński) hat das Sagen, der mit seiner demokratisch nicht legitimierten Macht aus dem Hinterzimmer heraus Politik betreibt wie einst Kardinal Richelieu und dabei seinerseits den Einflüsterungen dubioser Ratgeber lauscht. Wohin das führt, hat Polen zuletzt bei der diplomatischen Katastrophe rund um die Wiederwahl von EU-Ratspräsident Donald Tusk erlebt.

Polen: Kaczyński am Satire-Pranger
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