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Europa

Ulrich Krökel
Osteuropa-Korrespondent
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piqer: Ulrich Krökel
Freitag, 01.02.2019

Kalter Krieg reloaded: Was die Kündigung des INF-Vertrags bedeutet

Noch für heute wird die Kündigung des INF-Vertrags durch die USA erwartet. Darin ist seit 1987 das Verbot von nuklearen Mittelstreckensystemen zwischen der Sowjetunion bzw. Russland und den USA festgeschrieben. Das Aus des Vertrags könnte schlimmstenfalls zu einem neuen Wettrüsten in Europa führen. Manche Beobachter sprechen bereits von Nachrüstung 2.0 oder einem Déjà-vu von Szenen aus dem Kalten Krieg.

Wer noch einmal das Wichtigste über die Geschichte des Abkommens, über die aktuelle militär- und geostrategische Lage sowie über mögliche Folgen einer Vertragskündigung erfahren möchte, der ist wie so oft beim Deutschlandfunk in besten Händen. Der Hintergrund von Robert Baag und Klaus Remme ist natürlich besser nachzuhören, da es sich im Ursprung um einen Radiobeitrag handelt, aber auf der DLF-Website auch gut nachzulesen.

Mir persönlich hat vor allem der historische Teil des Stücks ausgezeichnet gefallen, der das große Ganze in kurzen, präzise gesetzten Sentenzen einfängt, etwa wenn das sicher nicht grenzenlose, aber doch vorhandene Vertrauen anklingt, das Bundeskanzler Helmut Schmidt in den sowjetischen Machthaber Leonid Breschnew hatte, weil beide die Schrecken des Weltkriegs miterlebt hatten:

Breschnew hatte die Schrecken des Zweiten Weltkriegs zwar ebenso wie Schmidt noch in deutlicher Erinnerung, aber, so der Kanzler: „Ich fürchtete, dass das eines Tages – vielleicht nicht zu Zeiten von Breschnew, aber zu Zeiten seines Nachfolgers oder Nach-Nachfolgers – ein Instrument zur Nötigung Deutschlands sein könnte. Denn die Raketen waren im Wesentlichen auf Deutschland gezielt.“

Genau dieser Erfahrungshintergrund (und manches andere auch) fehlt den handelnden Personen von heute. Und genau das macht die Sache so gefährlich.

Kalter Krieg reloaded: Was die Kündigung des INF-Vertrags bedeutet
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Kommentare 1
  1. Dr. Albrecht Dieckvoß
    Dr. Albrecht Dieckvoß · Erstellt vor 7 Monaten ·

    Wollen sie es nicht verraten, unsere Eropäer, oder wissen sie, wie Geopolitik seit eineinhalb Jahrhunderten in unserer Welt funktioniert.
    Das Imperium britannicum hat seine Weltmacht,die zum Weltkrieg I führte, weitgehend verloren, fühlt sich aber noch so, siehe Brexit, siehe angloamerikanischer Zusammenhalt weltweit, das Imperium americanum zeigt seine Wachstumsabsichten jetzt zwar unter Trump brutal offen, aber seit Roosevelt Täuschungen, Wilson bis hin zu Obama bauten sie auffällig, aber wohl übersehen, ihre imperialen Fußabdrücke in aller Welt.
    Gar nicht lange her lästerten aus ihrer ukrainischen Niederlassung in Kiew über die tumben Europäer, mit den man nichts anfangen könne.
    Deutlich auch die TTIP-Angelegenheit, wo sie uns ihr eigenes Rechtssystem aufdrängen wollten.
    America und England, haben keine Landverbindung mit Europa, denken also seit Jahrhunderten uneuropäisch. Und wir Europäer lassen uns alles von America gefallen und vorschreiben, obwohl wir geografisch eine glatte Rennbahn für russische Militäraktionen aus dem Osten haben und auch von daher Grund zur Vorsicht vor Streit mit diesem Staat haben.
    Das Finanzimperium USA hat vordergündig am ersten und am zweiten Weltkrieg eine Zeit gut verdient samt seinem Marshallplan.
    Festlandeuropa muss endlich wieder geopolitischn denken lernen, wie es Helmut Schmidt in seinen Büchern mahnend beschrieb, der unter anderem seinen Kant in sich aufgenommen hatte, dessen Buch über Frieden schon viele Hinweise für jede Zukunft
    hatte.

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