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Europa

Eric Bonse
Finanzkrise, Eurokrise, Deflations-Gefahr: Als EU-Korrespondent in Brüssel wird man notgedrungen zum Wirtschaftexperten.

Studium der Politikwissenschaft in Hamburg, danach als freier Journalist nach Paris, wo mich das "Handelsblatt" engagiert hat. Seit 2004 lebe und arbeite ich in Brüssel, seit 2010 wieder freiberuflich, u.a. für "taz" und "Cicero". Zudem betreibe ich den EU-Watchblog "Lost in EUrope".

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piqer: Eric Bonse
Samstag, 10.06.2017

Hat Ihr Europaabgeordneter ein "Phantombüro"?

Der Skandal hat keine großen Wellen geschlagen. Dabei ist es schon bizarr, dass viele Europaabgeordnete Spesen für Wahlkreisbüros kassieren, ohne dafür Belege liefern zu müssen. Manche Büros entpuppen sich bei näherer Betrachtung sogar als Wohnsitz und/oder Eigentum des Abgeordneten. Darunter sind auch prominente Deutsche wie der CSU-Politiker und EVP-Fraktionschef Manfred Weber sowie die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch.

Doch obwohl der "Stern" und andere große Medien berichtet haben, hält sich die Aufregung in engen Grenzen. Ob es daran liegt, dass sich die deutschen Abgeordneten einig sind, dass alles in bester Ordnung sei - und es unzumutbar wäre, Spesen und Mietkosten zu belegen? Oder vielleicht daran, dass viele Bürger gar nicht wissen, wer sie im Europaparlament repräsentiert - und wo die entsprechenden Wahlkreisbüros sind?

Das muss nicht so bleiben. Denn nun gibt es eine Website, auf der man nachprüfen kann, ob ein MEP ein Büro unterhält, wo es liegt und ob dafür Kosten ausgewiesen wurden. Man kann auf eine Europakarte klicken und die 96 deutschen Abgeordneten überprüfen. Wer etwas für Transparenz tun möchte, kann sich danach auch an "seinen" Abgeordneten wenden. Eine gute Sache, denn von selbst wird diese Selbstbedienung wohl nicht verschwinden.

Hat Ihr Europaabgeordneter ein "Phantombüro"?
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Kommentare 1
  1. Georg Wallwitz
    Georg Wallwitz · vor 2 Monaten

    Das ist ein guter Piq, vielen Dank, denn er illustriert gut, warum die Politik oft so abgehoben erscheint, wenn sie die Regeln, die für alle gelten, auf sich selbst nicht anwendet. Der Kleinunternehmer muss jede noch so kleine Quittung aufheben, während die Abgeordneten sich sehr großzügige Pauschalen gönnen. Dieses Messen mit zweierlei Maß ärgert die Steuerzahler wahrscheinlich viel mehr als die höhe der Bezüge der Abgeordneten.