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Europa

Eric Bonse
Finanzkrise, Eurokrise, Deflations-Gefahr: Als EU-Korrespondent in Brüssel wird man notgedrungen zum Wirtschaftexperten.

Studium der Politikwissenschaft in Hamburg, danach als freier Journalist nach Paris, wo mich das "Handelsblatt" engagiert hat. Seit 2004 lebe und arbeite ich in Brüssel, seit 2010 wieder freiberuflich, u.a. für "taz" und "Cicero". Zudem betreibe ich den EU-Watchblog "Lost in EUrope".

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piqer: Eric Bonse
Mittwoch, 25.10.2017

Die drei Todsünden der EU

Keine Sorge, dies ist kein Text eines EU- oder Euro-Gegners. Hier ist kein "Populist" am Werk, sondern ein Analyst, der die EU aus der Ferne beobachtet: Der ehemalige Chief European Correspondent der "Washington Post", William Drozdiak. Aber auch seine Diagnose fällt nicht sehr schmeichelhaft aus.

Die EU sei von Desintegration und vom Rückfall in den Nationalismus bedroht, schreibt Drozdiak in seinem neuen Buch. Denn sie habe sich zu früh und  schlecht vorbereitet in drei Abenteuer gestürzt: Schengen (den Reiseraum ohne Grenzen), den Euro und die Osterweiterung. Zitat:

Adopting a single currency without a fiscal union or a lender of last resort; opening internal borders without joint action to protect Europe’s external frontiers; bringing former Soviet satellites into the Western orbit without anticipating a hostile Russian backlash — in each case, Europe’s leaders appear to have been naively optimistic and unprepared. 

Unter der gütigen Führung der USA müsste all dies kein Problem sein, meint der Atlantiker vom alten Schlage. Doch nun, da sich die Amerikaner zurückgezogen haben, bleibe nur noch Kanzlerin Merkel, um den Laden zusammen zu halten. Sie habe jedoch nicht genug verlässliche Partner.

Nun gut, dies ist die Leier, die wir auch immer wieder in Berlin hören. Interessanter wäre die Frage, wie die drei Todsünden denn behoben werden könnten. Auch da würden wir wieder in Berlin landen - denn Merkel ist es ja, die sich gerade gegen die Behebung der Konstruktionsfehler sträubt. Sie war es auch, die EU- und Euro-Reform auf die lange Bank geschoben hat.

Dennoch: ein lesenswerter Beitrag zu einem sicher lesenswerten Buch, das ich leider noch nicht studieren konnte (es ist erst im September erschienen).

Die drei Todsünden der EU
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