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Europa

Eric Bonse
Finanzkrise, Eurokrise, Deflations-Gefahr: Als EU-Korrespondent in Brüssel wird man notgedrungen zum Wirtschaftexperten.

Studium der Politikwissenschaft in Hamburg, danach als freier Journalist nach Paris, wo mich das "Handelsblatt" engagiert hat. Seit 2004 lebe und arbeite ich in Brüssel, seit 2010 wieder freiberuflich, u.a. für "taz" und "Cicero". Zudem betreibe ich den EU-Watchblog "Lost in EUrope".

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piqer: Eric Bonse
Mittwoch, 03.10.2018

And the winner is: Erdogan

Zum unglücklichen Staatsbesuch von Präsident Erdogan in Deutschland ist schon alles gesagt worden - oder? Nein, denn es fehlte der Blick von außen, zum Beispiel vom Bosporus. Denn aus der Ferne sieht man manches klarer als in der Selbstbeschau, um nicht zu sagen in der deutschen Nabelschau. 

Dabei wird deutlich, dass sich Erdogans Besuch am Ende doch gelohnt hat - für ihn und seinen absolutistischen Machtanspruch. Zitat:

Zum einen konnte er wie erhofft die größte Moschee Westeuropas eröffnen und sich damit wieder einmal als „größter Muslim wo gibt“ inszenieren, was zu Hause Eindruck macht. Zum zweiten hat er Steinmeier und Merkel offen widersprochen und auch damit Punkte gesammelt. Er hat mit jeder Menge deutscher Investoren konferiert und – was das Allerwichtigste ist – der Besuch hat den Lira-Kurs deutlich gestärkt und zum Dollar zeitweilig unter die 6-Lira-Grenze gedrückt.

Wir lernen auch, dass der deutsche Diskurs von der "Stabilität", die durch derlei Staatsbesuche gestärkt werden solle, in die Irre führt. Noch ein Zitat:

Was viele in Deutschland und Europa nicht verstehen: Es ist eine Illusion zu glauben, dass Erdoğan ein Garant für Stabilität ist. Im Gegenteil – die Türkei wird jeden Tag instabiler.

Und was bleibt nun von diesem Besuch? Ein schaler Nachgeschmack - und die Forderung an die Bundesregierung, Erdogan nicht noch weiter entgegenzukommen, sondern klare Forderungen zu stellen. Zum Beispiel diese:

Keine Hilfen, solange EU-Bürger aus politischen Gründen eingesperrt werden. Fürsprache für die Erweiterung der EU-Zollunion nur, wenn inhaftierte Oppositionelle wie der Bürgerrechtler Osman Kavala, der Kurdenpolitiker Selahattin Demirtaş oder der Schriftsteller Ahmet Altan freigelassen werden. 
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