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Medien und Gesellschaft

Der Mann in Merkels Rechner – ein True-Crime-Spionage-Krimi

Susanne Franzmeyer
Piqer für Radio Features
Zum piqer-Profil
Susanne FranzmeyerMittwoch, 26.05.2021

Die Story beginnt mit einem verräterischen Zeichenfehler in einer E-Mail einer Bundestagsmitarbeiterin und endet mit einem handfesten Spionage-Skandal.

„Dabei fiel mir auf, als ich noch eine Reihe von E-Mails an Kolleginnen und Kollegen im Bundestag geschrieben hab, dass ich ‚René‘ nicht richtig schreiben konnte, weil ich den Accent Aigu* (*=der Strich überm ‚é‘, Anm. d. Verf.) nicht machen konnte. Der Accent Aigu war nicht richtig verfügbar auf der Tastatur.“

Der Beitrag „Jagd auf Fancy Bear – ein Feature über den Mann in Merkels Rechner“ wickelt minutiös den Hackerangriff auf den Bundestag auf, dessen prominentestes Opfer die Bundeskanzlerin war. Es wurde von demselben Autorenteam für den Bayerischen Rundfunk erarbeitet, das dort auch eine ganze fünfteilige Podcast-Serie zu dem Fall entwickelt hat. Wer also nach dem Feature noch mehr zum Thema wissen will, der kann sein Wissen damit vertiefen. Zwar werden die Namen der Autoren im Feature genannt, doch auf der Webseite des BR steht dort, wo bei anderen Features zum Nachhören der Autorenname steht, nur „von: radioFeature“, aus welchem Grund auch immer – was ich hier einfach mal übernehme.

Das Autorenteam ist offenbar gut in der Hackerszene vernetzt und verfügt über spannendes Detailwissen. Die Sendung hört sich an wie ein fesselndes True-Crime-Format, das in der Hackerszene spielt, und wenn im Abspann eine – für das Format Feature eher ungewöhnliche – „Faktencheck“- Verantwortliche mit abgesagt wird, dann deutet das für mich auf eine fundierte investigative Recherche und eine gewisse Brisanz der präsentierten Fakten hin.

Zwar wurden den Autoren in Deutschland zahlreiche Interviews mit wichtigen Schlüsselpersonen aus Politik oder Justiz verwehrt, aber die Autoren vermitteln trotzdem spannende Informationen, die ihnen über persönliche Kontakte, die mit dem Fall in Berührung kamen, zugespielt wurden. Während die beiden in Deutschland eher ausgebremst wurden bei ihren Interviewanfragen, so gewährte man ihnen zu ihrer eigenen großen Überraschung ein Interview beim niederländischen Militärgeheimdienst, der einen spektakulären Hacker-Angriff vereiteln konnte, und zwar von der Truppe, die auch in den Bundestag eingedrungen war.

„Alle elektronischen Geräte haben wir vorher angemeldet. Laptop und Handy werden weggesperrt. Ohne Karte öffnet sich ab jetzt keine Tür. (…) Klare Ansagen über Funk, welchen Aufzug wir nehmen sollen. Das Konferenzzimmer hat keine Fenster (…) Mit dabei sind zwei Leute aus der Presseabteilung, die wissen wollen, was wir so wissen wollen (…) und die beiden Chefs sind dabei.“

Das Besondere an dem von den Niederländern vereitelten Hackerangriff: Die Hacker saßen hier nicht irgendwo im Ausland vor ihren Bildschirmen, sondern hatten sich – aus Gründen, die hier auch einleuchtend erklärt werden – ins Flugzeug gesetzt und sich in unmittelbarer Nähe der Organisation, in die sie sich einhacken wollten, samt Equipment in einem Auto auf einem Parkplatz aufgestellt.

Auch Hacker hinterlassen Spuren, die man lesen kann, und je nachdem, wie schnell und dringlich sie vorgehen müssen, umso eher machen sie auch Fehler, die dann Hinweise für die Fahnder liefern.

Eine absolut spannende Sendung, bei der man gute Einblicke in die Welt der Hacker und ihrer Spurenleser bekommt!

Produktion: Bayerischer Rundfunk 2021,  Länge: ca. 51 Minuten

(Leider ließ sich das Audio nicht direkt einbetten. Man kommt aber direkt über den angegebenen Link hin.)

Der Mann in Merkels Rechner – ein True-Crime-Spionage-Krimi

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Kommentare 2
  1. Matthias Lampen
    Matthias Lampen · vor 6 Monaten

    Das war sehr informativ. Dankeschön.

  2. Oskar Piegsa
    Oskar Piegsa · vor 6 Monaten

    Ganz toller Podcast!

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